Autograph 
MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
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das Gegenteil behaupten? und auch praktische Landwirte*

Die Aenderung der Ansichten gegen die früheren Jahrhunderteerklärt eich aus den geänderten Arbeitsbedingungen,sowohl für dieArbeiter wie für die Arbeitgeber.

Arbeiter: In der Uagegend von Meran gibt es 130 Feiertage,die Leute

essen 7mal im Tag. Alles ist dort herkömmlich, der Lohn wie die Müsse.Die höheren Löhne brachten dort keine Bewegung,die Leute wurden dortweiter und noch mehr Faulenzer. Genau ist es mit allen Arbeitern zu-rückgebliebener ländlicher Distrikte,mit denen des Orients. Daherhier keine Steigerung des Lohnes angängig. Anders dagegen,wo moder-ne Arbeiter sind.

Welche Umstände können nun Wandlung auch bei zurückgebliebenenherbeiführen?

Vor allem das Verlassen der Heimat und der gewohnten Verhält-nisse; vgl. die Abhandlungen des Schotten Makence Warrence(?) überdie russischen Bauern, die von Natur faul in andere Verhältnisse ver-setzt, bemerkenswertes leisten.- Kerger " Ueber die Sachsengängerei"Berlin 1898: die durch ihre Faulheit berühmten oberschlesiachen Ar-beiter leisten als Sachsengänger bei hohem Lohn sehr viel und schik-ken noch beträchtliche Ersparnisse nach Haus. - Ebenso die Jtaliener( Pelagra, bei Bau des Simp2hnntunnels.)

Die gleiche Wandlung kann auch bei den zu Hause bleibenden ein-treten unter dem Druck,den die Verflechtung in die Weltwirtschaftauch auf den einzelnen Arbeiter ausübt. Sie müssen sich in neue Ver-hältnisse finden und einmal losgewissen vom alten Herkommen erwachenauch im Arbeiter neue Bedürfnisse.

Die eine Erklärung für den Widerspruch zwischen den Lehren des16 -18. aaec. und den modernen liegt darin, dass sich die Arbeiter-klasse geändert hat.