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In der ganzen physiokratischen Schule im weitesten Sinne desWortes- zu iht gehört auch Adam Sm ith und seine Anhänger, wenn sieauch in Manchem abweichen- bis zu den modernen Anhängern des Freihan-dels verschwindet der Staat vollständig aus den systematischen Be-trachtungen der Volkswirtschaftslehre( 1800 - in die 70er Jahre).
Natur, Kapital und Arbeit seien die einzigen Produktionsfaktoren,man erweckte die Vorstellung, dass das Kapital schon im Naturzustand,schon vor Bestehen des Staates dagewesen sei, dass unser gesamtesStaatswesen,unsere gesamte Kultur keinen Einfluss auf unsere Volks-wirtschaft ausübe: deshalb verschwindet der Staat aus den damaligenLehrbüchern,d.h. aus denen der damals herrschenden Schule.
Gegen diese Missachtung und Verkennung des Staates erhob sichein Widerstand namentlich von 2 Seiten.
1) von konservativer Seite. Namentlich der Rechtsphilosoph Pr.
S t a h 1 reklamirt nach Vorgang von Adam Müller, dass der Staat ei-nen massgebenden Einfluss ausübe auf das Wirtschaftsleben. Müller'sund Stahl's Gedanken finden sich im Einzelnen besondere ausgeführt beiLavergne-Peghuilken ( Orundzüge der Gesellschaftswissenschaft 1838und 41). Er lehrt nach dem Vorgang der Genannten,dass es ausser Natur,Kapital und Arbeit noch einen 4. Produktionsfaktor gebe: die Staats-kraft. Der Staat ist der Ordner der Eigentumsverteilung,der Beziehun-gen der Einzelnen zu einander. In dieser seiner Eigenschaft fördertder Staat die Interessen aller, vereint sie zu gemeinsamen Wirken underscheint so als ein selbständiger Produktionsfaktor.
Das hauptsächlichste Lebens- und Bewegungsprinzip der Gesell-schaft ist die Konkurrenz. Sie geht aus von dem wirtschaftlichen Egoismus jedes Einzelnen,die ihn streben lassen nach dem höchstmöglichenGewinn. Wo dieses Gesetz der freien Bewegung nicht ausreichend ist undwo es zügellos geworden ist, muss das Xwangsbewegungssystem eingreifen