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Zum Schluss noch eine interessante Definition der Freiheit,die James Pox im engl. Parlament 1704 auasprach! " Die Freiheit besteht in dem sicheren und unantastbaren Besitz des Eigentums".
d) Angriffe auf Eigentum und Erbrecht. $ 23
Zunächst über die Genealogie dieser Angriffe: sie gehen weitzurück in der Weltgeschichte.
Nach der Anschauung des alten Testamentes gab es nur einenEigentümer: " Jehova". Dieser hatte jeder Pamilie den ihr gebührendenAnteil an Land überwiesen. In jedem Jubeljahr sollte das Land wiederneu verteilt und so der Normalzustand wieder hergestellt werden. Füruns ist das nur ein Dokument der periodischen Neuverteilung,die imAltertum allgemein zu Tage tritt.
Sicher ist auch nur,dass die Neuverteilung eingestellt wurde,sobald sie den wirtschaftlichen Verhältnissen nicht mehr entsprach;die Vorstellung aber blieb, dass Gott devcalleinige Eigentümer ist
und dass alle alles nur zur Nutzniessung inne haben. Aus diesem Grundmussten Alle den Armen Abgaben leisten: die Armen hatten auf die Nach-lese,den Armenzehnt und Almosen dasselbe Recht,wie der Eigentümer auf
das Seine. Das ist der Eigentumsgedanke, wie er uns im alten Testa-
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ment entgegentritt.
Diese Auffassung ist auch die des Christentums bis zur Ra-formation und wo die Welt katholisch geblieben ist, blieb sie es auch,bis nahe auf unsere Tage.
Bel den Kirchenlehrern finden wir nämlich folgende Au-
faeaung: im Stande der Natur gab es kein Eigentum. Von Natur ist allenalles gemein. Erst die Usurpation Einzelner hat ein Privatrecht her-vorgerufen,daher darf auch der Einzelne mit den Seinen nicht machen,was er will. Nur das Notwendigste darf jeder auf sich verwenden. Aller