Autograph 
MS 311 - Brentano I : [Allgemeine Volkswirtschaftslehre] ; [Vorlesungsskript WS 1910/11]
Seite
120r
Einzelbild herunterladen
 

Hier findet die erste Arbeitsteilung statt. Die einen bestellendas Land, die anderen verrichten gewerbliche Arbeiten für die Bedürf-nisse des Frohnhifes. Die freien StEdtler treiben,wie gesagt,Landwirt-schaft. Jhre gewerbliche Arbeit^ ist zunächst nichts anderes alsHausfleiss. Aber alsbald bommen unter den freien Stadtbewohnern einigeauf, die kein Land haben und nun bleibt nichts übrig,als sich aus-schliesslich auf gewerbliche Tätigkeit zu werfen, deren Produkte sieauf dem Markt fellbieten. Da kommen vor allem Besitzer von Landfrohn-h8fen,die zu klein sind, um Gewerbe zu haben und kaufen ein. DieserHandwerker heisst deshalb mercator, das ist also einer der ein gewerb-liches Produkt für den Markt herstellt.

Nachdem so bei den kleinen freien Stadtbewohnern Gewerbe ent-standen ist, fangen auch die unfreien Arbeiter der städtischen Frohn-höfe an, gewerbliche Produkte für den Markt herzustellen; sie nehmendazu ihre freie Zeit her. So ln den Anfängen des Stadtewesens.

Nun kommen die Kreuzzüge. Sie setzen das Abendland in Be-ziehung mit dem hochkultivirten Orient. Die Folge ist, es steigen dieBedürfnisse der Grundherrn,der sich höhere Einkünfte zu verschaffensucht. Er gestattet seinen Hörigen sich ausserhalb des Frohnhofea aufseinen Grundstücken gegen Abgaben anzusiedeln. Diese errichten Häuserdarauf und indem sie anfangen für den Markt zu arbeiten,können sie demFrohnherm eine Rente entrichten,die weit höher ist,als das,was früheraus dem Grundstück herauagewirtschaftet wurde. So entstehen halbfreie,die auch noch verpflichtet waren,auf dem Prohnhof zu arbeiten.

Aus der Reihe der Stadtbewohner,teils aus Freien, teils ausUnfreien,entsteht nun eine Kaufmannschaft,die anfängt draussen einzu-kaufen und auch nach aussen zu vertreiben.

Innerhalb der Städte entsteht nun Arbeitsteilung in den einzeln