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[1]: MS 312 - Grundriss zu Vorlesungen über Oekonomische Politik.
(Spezielle Volkswirtschaftslehre)
Entstehung
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77
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Oekonomische Politik( Brentano)

77

Die im Grossherzogtum Hessen 1877 ermittel-ten mittleren Kaufwerte des Ackerlands und der

Wiesen (inkl. Gebäude) (Beiträge zur Statistik desGrosaherzogtums Hessen, Bd. XX, p. 74, 75)Ackerland WiesenM. pro ha M. pro ha

Provinzen

Starkenburg 2082 2085Oberhessen 1622 1450Rheinhessen 3029 3122Grossh. Hessen 2166 1754

Für die Pfalz werden folgende Schätzungs-preise angegeben (vergl. Untersuchung der wirt-schaftlichen Verhältnisse in 24 Gemeinden desKönigreichs Bayern)

Gemeinde

Hassloch

Trahweiler

Trulben

AckerlandM. pro ha30001200

6002500

WiesenM. pro ha28001200

10004000

In Baden ermittelte Durchschnittspreise und Pachtzinse der Liegenschaften (einschliesslichGecäude) 18921898 (Stat. Jahrbuch für das Grossherzogtum Baden, Bd. XXVXXXI)

Erlös für den Hektar Pachtpreis pro Hektar

Kreis

Acker

Garten

Wiese

Acker

Wiese

M.

M.

M.

M.

M.

Konstanz

Min.

1 518

2 919

1738

60

68

Max.

1 747

12 354

2189

64

73

Villingen

Min.

1 118

6 313

1628

49

82

Max.

1 365

12 728

2116

52

91

Waldshut

Min.

1 121

2 950

1062

61

81

Max.

1 753

9 557

1820

64

86

Freiburg

Min.

1 784

4 659

3133

94

124

Max.

4 170

20 213

6636

97

132

Lörrach

Min.

1 772

6 238

2487

69

112

Max.

2 491

12 370

3339

77

121

Offenburg

Min.

3 785

6 593

3811

112

126

Max.

5 453

18 895

4364

130

145

Baden

Min.

2 965

3 848

2814

97

112

Max.

3 654

15 296

3845

107

157

Karlsruhe

Min.

1 875

9 026

2970

87

101

Max.

3 792

18 837

4136

115

129

Mannheim

Min.

4 416

10 281

3308

89

70

Max.

25 557

110 266

6576

122

100

Heidelberg

Min.

3 042

8 748

2468

101

106

Max.

4 543

21 350

4049

105

117

Mosbach

Min.

1 529

4178

2377

60

93

Max.

1 724

5 453

2746

62

99

b) Der Kapitala

ufwand

in der

deutschen

La ndwirtschaft.

Nach Werner, Der Betrieb der deutschen Landwirtschaft am Schlüsse des 19. Jahrhunderts,Berlin 1900, S. 74, 75 beträgt z. Zt. für 1 ha Ackerland

davon der Wirtschaftsaufwand beträgt bei Anbau

das Gesamtbetriebskapital

umlaufendes

Kapital

50 M.

von

im Mittel

kleinster

grösster

in

extensiven Betrieben unter 200 M.

Weizen.

325 M.

275 M.

430 M.

mittelextens.

zwischen 200300

100

Roggen .

300

200

350

*

mittelintens.

300400 ,

150

Gerste.

250

200

370

intensiven

, 400-600

200 ,

Hafer.

235

180 ,

370

sehr intens.

über 600

250 ,

Hülsenfrüchte

und Mähklee , . .

175

150 ,

200

Weideklee ....Zucker- und andere

60 ,

40 ,

70

Rüben .

550

350

750

Kartoffeln ....

450 ,

400

650

Bei Berechnung dieses Wirtschaftsaufwands ist für Verzinsung des Bodenwertes oder für Pacht-rente nichts in Anschlag gebracht. Es ist dabei ferner Stallmistdüngung für die verschiedenen Früchtevorausgesetzt; auch sind die Boden-, klimatischen und wirtschaftlichen Verhältnisse berücksichtigt. Vondiesem Wirtschaftsaufwand beträgt nach Werner durchschnittlich der für Arbeit 41 °/o, für Düngung 40 °/o,für Saatgut 6,3 %, für Insgemein, einschliesslich Verwaltungskosten, Abgaben, Versicherungsprämie,Verzinsung des Betriebskapitals 12,7 n /o. Diese Verhältniszahlen verändern sich selbstverständlich, wennauch nicht im Verhältnis zu einander, so doch zu den Gesamtkosten je nach der Höhe des einzu-setzenden Bodenwertes bezw. der Pachtrente. Uebrigens machen andere Landwirtschaftsschriftstellerüber den Anteil des lebenden und des toten Inventars und des umlaufenden Betriebskapitals am gesamtenBetriebskapital Angaben, welche von denen Werners abweichen.

Nach Krämer (Goltz, Handbuch I, 277 ff.) schwankt das Verhältnis des Betriebskapitals zumGrundkapital der Art, dass das erstere zwischen 2040°/o von letzterem beträgt. Die Tendenz gehtdahin, das Betriebskapital um so mehr zu vergrössern, je stärker der Wert des Grundkapitals mit seinenAnforderungen die Produktionskosten beschwert. Im allgemeinen beträgt das Betriebskapital 30 °/o desGrundkapitals, kann sich aber bei fortschreitender Intensität des Betriebs auch bis auf 35 und mehrProzent belaufen. Geht man statt vom Grundkapital vom Pachtzins aus, so mag man annehmen, dassdas Grundkapital im Mittel etwa eine 3 1 / 2 prozentige Rente trägt, also 30 mal so gross wie diese ist.Beläuft sich das Betriebskapital auf 2040°/o des Grundkapitals, dann müsste dasselbe 600=1200 °/ooder das 6 bis 12 fache, im Durchschnitt das 9 fache der Grundrente und eventuell auch der Pachtrenteausmachen.