Ausgabe 
11 (6.4.1851) 14
Seite
106
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

los

Denn ach, was ist der Würde gleich,Mit der der Herr Dich heut' geschmückt?Ein Amt, das Engelsschultern drückt,Deß Helligkeit kein Mund kann sagen,Das soll nun Deine Schulter tragen!Doch wie auch schwer die Bürde ist,An Dir soll Keiner doch verzagen,Denn wie getreu dem Herrn Du bist,Deß Aug', der stets in's Herz Dir sah, ,Der Herr im Himmel weiß es ja!Der Herr, der aus barmherz'ger Lieb'Mit seiner Gnadenmacht Dich trieb,Dich loszumachen von den Banden,Und in den heil'gcn Strom zu springen,Nach gottessreud'gcm MannesringenGeweiht am Heiligthum zu landen;Der Herr, der solchen hohen.HirtDir gab zum Vorbild und zum Leiter,Der Dir als Diener und als StreiterAllzeit voll Liebe helfen wird;Der Herr, er lass' in jeder StundeAls seinen Diener Dich aus Erden,-Der Engel Freud' im Himmel werden!Das sey aus tiefstem HerzensgrundeFür Dich erflehet von uns Allen!Und nun laßt froh die Gläser schallen,Daß Jeder freudiglich es leere!Luilelmus hoch! dem Herrn die Ehre!

Ansprache des heiligen Vaters Papst Pins »X.

im geheimen Konsistorium am 17. Febr . 1851.

Ehrwürdige Brüder!

Unter den neuen Bischöfen der verschiedenen Kirchen, die wir Euch, EhrwürdigeBrüder, in diesem Consistorium vorschlagen sollen, findet sich auch der ehrwürdigeBruder Joseph de Silva TorreS, Erzbischof von Palmyra, mit inbegriffen, welchen wirunserm geliebten Sohne Peter Paul Figuereido, Cardinal der heiligen römischenKirche, Erzbischof von Braga , als Coadjutor mit künftiger Nachfolge beizugeben vor-haben. Aber wir erachten es für geeignet, den Grund dieser Bestimmung kurz dar-zulegen, auf daß es Jeglichem kund sey, nachdem die vorhergehenden Umstände vor-geführt worden, aus welchen Gründen und mit welcher Vorsicht wir uns entschlossenhaben den genannten Joseph zur künftigen Leitung der Kirche von Braga zu berufen.

Derselbe Joseph, wie Ihr wißt, war Erzbischof von Goa in Ostindien.Gregor XVI. , seligen Angedenkens, unser Vorfahr, hatte ihm die Leitung dieserKirche im geheimen Consistorium vom 19. Juni 1843 anvertraut. Aber in der Zahlund der unermeßlichen Ausdehnung dieser morgenläudischen Gegenden, über welchesich bereits sowohl die gewöhnliche als Metropolitan-Jurisdiction des ErzbischofS vonGoa erstreckte, gab eS damals Bischöfe und apostolische Vicare, welche keineswegsdiesem Erzbischofe untergeben waren, und welche der heilige Stuhl hier eingesetzt hat,weil die Interessen der katholischen Religion es also erheischten. Denn außer denje-nigen, welche gewöhnlich in die unermeßlichen Regionen des chinesischen Reiches unddie angränzenden Länder, durch die apostolischen Briefe Jnnocenz XII., ehrwürdigenAngedenkens, unseres BorfahrS, für immer von den Diöcesen Peking, Nanking und