Ausgabe 
11 (6.4.1851) 14
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Makao und der Metropolitan-JuriSdiction der Kirche von Goa getrennt, gesendet,und außer denen, welche in der Folge für verschiedene Plätze von Indien bestimmtwurden, hatte Gregor XVI. selber neun apostolische Vicare in provisorischer Eigen-schaft in der Diöcese der Kirche von Goa und sein.en Metropolitan-Provinzen einge-setzt. Das war der Zweck der sehr bekannten Briefe desselben Papstes, welche mitden Worten ansangen: Uults pi-geolsre, gegeben unter dem Fischerring, den 24. Aprili338, eben so wie verschiedener anderer apostolischer Briefe, und verschiedener Decreteder Kongregation der Propaganda, welche diesen Schreiben vorangingen oder nachhererlassen wurden.

Die veränderte Lage, der Schutz und die Verbreitung des katholischen Glaubensin Indien verlangten diese größere Fürsorge Unseres Vorgängers. In der That, indem Maaße als der wahre Glaube, sich immer mehr ausbreitend, evangelische Mis-sionen und immer zahlreichere Arbeiter verlangte, waren die Priester, welche diePortugiesen in jene Gegenden zu senden oder unter den Eingebornen auszuwählenpflegten, völlig nicht mehr im Stande eine solche Bürde zu tragen, besonders seitdemein großer Theil von den der portugiesischen Macht bereits unterworfenen Orten indie Hände anderer Fürsten gefallen waren, mit Ausnahme der Städte Goa undMakao und noch einigen, der letzten Mißgeschicke deS lusitanischen Königreiches zugeschweige», in Folge deren die Sachen bis zu dem Puncte gelangt waren, daß,nachdem alle Verbindung zwischen dem hl. Stuhl und der portugiesischen Regierungabgebrochen war, die Kirche von Goa und ihre Suffragankirchen zu gleicher Zeitverwaist standen. Da wagten eS nun die Kleriker, welche damals diesen Kirchensey eS unter dem Titel kanonischer Delegirter deS Capitels, sey eS unter welch anderemTitel immer, indem sie ihr eigenes Interesse und nicht das Jesu Christi suchten, sichden von Gregor XVI. abgeschickten apostolischen Vicaren zu widersetzen, und sich diegeistliche Autorität über die Kirchen und die von dem apostolischen Stuhle ihrer Sorgeanvertrauten Gläubigen anzumaßen; und auS dieser Missethat entsprangen ernsteZerwürfnisse, Zwietracht und Aergerniß. Dieß war die Lage der Dinge in Indien,was die Religion anlangt, als die Verbindungen der portugiesischen Regierung mitdem heiligen Stuhle wieder hergestellt wurden, und hierauf unsere in Jesu Christogeliebte Tochter Maria, die glaubenstreue Königin von Portugal und Algarbien,unserm Vorfahr den genannten Joseph de Silva TorreS zur Erhebung aus den bischöf-lichen Stuhl von Goa präsentirte.

Die Stadt Goa und ihre Umgebung gehörte damals, wie noch heute, derportugiesischen Herrschaft, und war keinem der apostolischen Vicare anvertraut. KeinHinderniß waltete ob, dieser Kirche einen Prälaten zu geben. Es war zu hoffen,daß die früher ernannten apostolischen Vicare keine Schwierigkeiten erheben würdenbetreffs deS genannten Joseph. In der That hatte Gregor XVI. , noch bevor er sichfür die Promotion entschied, zahlreiche und glänzende Zeugnisse hinsichtlich seinesGlaubens, seiner Lehre und seiner Unbescholtenheit erhalten und wußte überdieß, daßer durch den apostolischen JnternuntiuS und Delegaten, welcher damals in Lissabon residirte, von den Pontificaldecreten betreffs der apostolischen Vicare unterrichtet wäre.Endlich hatte derselbe Joseph in besonderen Schreiben seinen Gehorsam und seine Unter-werfung unter den römischen Papst dem apostolischen Stuhl betheuert. Unser Vorfahrwollte nichtsdestoweniger selber den neuen Erzbifchof aufklären in Betreff der aposto-lischen Vicare und der Verbindlichkeit, ihre Autorität unverletzlich anzuerkennen durchpäpstliche Briefe, die er am 8. Juli 1843 an ihn richtete und die ihm in Lissabon zugleich mit den apostolischen Acten, welche seine Erhebung zur Erzbischöflichen Würdein Goa bestätigten, eingehändigt wurden.

Aber im folgenden Jahre, 1344, hielt sich der Erzbifchof Joseph, nachdem erin Goa angekommen, keineswegs in den Gränzen seiner Pflichten; er strebte darnachdas alte Ansehen seiner Vorgänger an sich zu reißen, selbst über die Orte, welcheder Fürsorge der apostolischen Vicare anvertraut waren. Auch gehorchte er nicht denBriefen, durch welche unser Vorfahr Gregor und nach ihm Wir ihn zu weiseren