Ausgabe 
11 (20.4.1851) 16
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Wer ist der hehre Gondolier,Deß Antlitz göttliche Klarheit,Umwallt von fürstlicher Locken Zier?O Knabe, dein Traum wird Wahrheit!

Das ist der König im Königssaal,An dem dein Aug' sich geweidet,Er will dich führen zum Königsmahl,Das wunderbar Er bereitet.

Dort trinkst du göttliches LcbensblutAns seines Herzens Pokale,Dort issest du Manna, so himmelgut,Ans heiliger goldener Schaale.

Dort wirst dn erglänzen, ein Lichtrnbin,Wohl ohne Makel und Fehle.Und heilige, himmlische MelodienDurchzittcr» deine Seele.

Da faßt es den Knaben mit süßer Gewalt,Schon hat er die Gondel erstiegen,Die Ruder rauschen Schaumnmwallt,Die weißen Segel fliegen.

Und eingewieget von Himmelslust,Von Hymnen, wundertönig,So ruhen beide, Brust an Brust,Der Knabe und der König.

O Knabe, seliger Knabe du,Laß nicht von des Königs Kusse !Und du, lieb Schifflcin, sahr immer zuAuf wallendem Zcitenflusse;

Und bring' mir den Knaben an sichern PortAn's Ufer der Seligkeiten;Dort möge der König nach seinem WortDas himmlische Mahl ihm bereiten!

Michael Helmfauer.

Zur Statistik der katholischen Kirche .

( Allgemeine Zeitung.)

Einer der Beamten im päpstlichen Staatssecretariate, Girolamo Petri, hatunter dem Titel:Lemretua clella santa dliiesa eatwlic» gpostolica romima sl1 kennaio 1851" (Rom, in der Druckerei der apostolischen Kammer. 308 S. 8.),ein Buch herausgegeben, welches dadurch, daß es einen vollständigen und bequemenUeberblick der gesammten Institutionen deö Katholicismus in den verschiedenen Welt-gegcnden gewährt, nicht ohne mannigfaches Interesse ist. Der römische Staatskalender,welcher nach dreijähriger Unterbrechung in diesem Augenblick wieder erscheint, pflegteeine solche Uebersicht zu enthalten; hier aber ist dieselbe nicht nur besser georvnet,sondern durch eine Menge historischer Notizen bereichert, welche man freilich zum Theilreichhaltiger, zum Theil genauer wünschen möchte, die aber doch immer sehr willkom-men sind, in so fern sie die Ausbreitung des Christenthums nach den verschiedenenJahrhunderten anschaulich machen und so in der Kürze eine gedrängte Geschichte der-selben geben. Hierbei zu verweilen kann nicht der Zweck dieser Anzeige seyn, welcheeS hingegen mit einigen statistischen Daten zu thun hat, die bei der Durchsicht diesesnützlichen und fleißigen Buches gewonnen wurden. Dasselbe beginnt mit dem heiligenStuhle und dem Cardinalat. Von den siebenzig Cardinalstiteln, welche das heiligeCollegium zählt, sind nur drei vacant: die Bischöfe und Priester sind vollzählig, jene6, diese 50; von den Diaconen sind nur 11 statt 14 vorhanden. Der älteste der