Eilfter Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
zur
Augsburger Pojtzeitung.
20. April A«. 1851.
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Zur ersten heiligen Commnnion.
Vorüber steuert des Stromes Fluth,Ein Knabe ruht daneben.Klar ist sein Auge, sein Herz voll Gluth,Und süße Träum' ihn umschweben.
Er träumt von einem Königssaal,Der ihn umleuchtct sonnig,Er träumt von einem Königsmahl,Das ganz ihn erfüllet wonnig.
Und friedlich, wie Schwäne des Abend« zleh'nMit leise gehobenen Swingcn,So hört er heilige Melodie'nEin 8snclu8, 8anctu8 singen.
Wie ist ihm so wohl, so voll sein HerzVon heiliger Gluth und Klarheit!Da schrickt er empor und ruft mit Schmerz:Ach! wäre dieß Traumbild Wahrheit!
Die Fischlein auf ihrer Wasscrfahrt —Sie hören die Klag' und säumen,Die Blumen betrachten ihn minnig zart,Als wüßten sie um sein Träume».
Des Lenzes Lüfte ruhelosUmkosen ihm Haar und Wangen —Ihm aber ist eine Sehnsucht großIm Herzen aufgegangen.
Und siehe — was blinkt auf der Wasscrbahn,WaS rauschet so süß durch die Wogen,Als käm' ein singender, goldener SchwanDen Strom herabgezogen?
Eine Gondel ist'S, lichtsonnig erhellt,Mit Segeln so rein und weiße,Und süßes Klingen die Segel schwellt —Aushorcht der Knabe leise.
Ihm ist's, als hört' er den lieblichen Ton,Der ihn entzückt im Traume —Da ist die Gondel gelandet schon;Wer steigt aus des Schiffes Raume?