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Wegs werdet ihr sterben! Eure Augen werden sich aufthun und ihr werdet wie
Gölter!"
Die Menschheit hat neuerdings dieser Verführung erlegen, neuerdings die Stra-fen der göttlichen Gerechtigkeit erdulden müssen, neuerdings aber auch sofort wiederBeweise der unendlichen Erbarmungen GotteS erhalten, welcher nicht den Tod desSünders will, sondern daß er sich bekehre und lebe. — Die vorzüglichsten Trägerdieser Erbarmungen find aber die verjagten Jesuiten . Sie spenden Segen dem Lanve,das sie für immer von sich zu stoßen beschlossen hatte. Sie erquicken und beglückendasselbe mit der Lehre ihres Meisters, des Welterlösers Jesus, der genannt wirdChristus, dem aNein sie sich gewidmet und von dem sie daher auch ihren Namenhaben. Sie beweisen sich hierdurch wahrhaft würdig dieses erhabenen Namens undwenden siegreich von sich ab alle Verschuldung an den vielen Schmähungen, welcheihrem Namen und dadurch zugleich dem Namen ihres Meisters zugefügt worden sind.
Daö Volk aber, dem so die Augen geöffnet worden sind, um ohne Täuschungzu unterscheiden das Gute von dem Bösen, möge sich mit den Lehren dieser Boten^ der Versöhnung waffnen gegen alle neue Anfechtungen der Bosheit! DaS katholischeVolk möge die heilige Pflicht erkennen, ferner keiner Schändung deS HeiligthumSseiner Religion und ihrer Heilsanstalten sich schuldig zu machen, noch auch solcheungerügt geschehen zu lassen! Alle Andersgläubige aber, welche nicht im katholischenGlauben die einzig wahre Religion der Verheißung und Erlösung erkennen, mögenwenigstens diesem Glauben dieselbe Duldung, dieselbe Gerechtigkeit zu Theil werdenlassen, welche sie für ihre eigene Religion in Anspruch nehmen und auch allen sonsti-gen Genossenschaften, wie jedem Einzelnen gern gewähren. Abschütteln mögen sie denvielfach verbreiteten Wahn, daß der Katholicismus der Herd der Finsternisse, derVerdummung, der Unwissenheit und des Aberglaubens, so wie daß die Jesuiten vorAllen die schlauen Pfleger dieser Träumereien seyen. Mögen sie sich jetzt, wo dieGelegenheit so vielfach geboten, wo die Handlungsweise der Jesuiten öffentlich derallgemeinen Beurtheilung frei gegeben ist, ohne Vorurtheil, durch eigene Anschauung,nach ausrichtiger Ueberzeugung ein gerechtes Urtheil bilden, — dann aber auch, wieeö die Redlichkeit, selbst bei den gleickgiltigsten Dingen erfordert, die erkannte Wahr-heit in ehrenhafter Weise frei zu bekennen, keinen Anstand nehmen.
Alle endlich, welchen Glaubens sie auch seyen, mögen in Duldung und Liebezusammen leben und wetteifern in dem Streben, ohne verleumderischen Hohn undohne spöttisches Gezänke, mehr durch einen Achtung gebietenden Wandel, als durchWorte Zeugniß abzulegen von dem wahren Werthe dessen, was ihnen daS Heiligste ist.
So nur vermögen sie den edeln Kampf um die von ihnen erstrebte Wahrheit,welche doch zuletzt nur Eine seyn kann, pflichtgetreu zu führen und dabei zugleich,wo es gilt, immer gemeinschaftlich zu streiten gegen den gemeinsamen Feind, der Alle,die an Gott glauben, zu vernichten trachtet, — gegen den Unglauben, die verderb-lichste Geißel unserer Zeit.
Ueber die Missionen.
(Aus der D. Krouik.)
Ich komme ungerne an briefliche Erpectorationen, zumal wenn die AlltäglichkeitdeS Lebens Nichts darbietet, als das, was im Grunde ein Jeder schon vorher weiß—' eS sey denn, daß man sich darin gefällt, in süßlichen Redensarten sich zu ergehen.Diese Alltäglichkeit ist aber bei den Umwohneni solcher Orte, in welchen MissionS-vorträge gehalten wurden, in den vergangenen Monaten umgewandelt worden zueinem Leben, daS die Gebildeten bisher nicht, oder doch noch weniger als die Unge-bildeten kannten — zu einem Leben in und mit Gott .
Sie wissen, daß ich in meinem obigen Satze, wenn ich von Gebildeten rede,den Geistlichen nicht die Schmach zufügen möchte, sie nicht dazuzurechnen.
Kurz, eS wurde für alle Classen in neuen Zungen gesprochen.