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darum auch begreiflicher Weise nahe liegen und die, so Gott will, wahrscheinlich bald,zum größten Aerger einer gewissen Partei, für Alle gerecht ausgeglichen seyn werden.Der eigentliche Krankheitsstoff liegt nicht tiefer, sondern höher; — in den sogenanntenGebildeten; deßwegen ist er auch ätherischer, luftiger. Wer, wie ein Pater Rodermit allen Waffen einschneidender Dialectik, tiefer Gemüthsfülle und Gelehrsamkeit ingottbegeisterter Weise diesen zu verfolgen weiß, der hat die Blitze in seiner Hand,die geistige Athmosphäre zu reinigen, eine Reinigung, ohne welche unsereZeit nie mehr zu gesundem und frischem Leben gelangen kann.
Die Bürger der Stadt Aachen haben an den Dirigenten der dort eben been-digten Mission, Herrn P. Haßlacher, nachstehende Dankadresse gerichtet:Ehrwürdiger Vater!
Am Schlüsse der heiligen Mission, wodurch Sie, ehrwürdiger Vater! und dieunter Ihrer Leitung hier thätig gewesenen Herren Misstonäre die hiesige Stadt undUmgegend in dem kurzen Zeitraume von fünfzehn Tagen hoch beglückt haben, fühlenAlle, welche Zeugen Ihres segenreichen Wirkens gewesen sind, sich tief ergriffen vonden lebhaftesten Gefühlen innigster Verehrung und aufrichtigsten Dankes für die unbe-gränzte Hingebung, den unermüdlichen Eifer, die liebevolle Sanstmulh, den mildenväterlichen Ernst und die überzeugeude Kraft der Rede, womit Sie und Ihre sehrverehrten Amtsbrüder die Lehren unserer heiligen Religion verkündet, die treuen An-hänger der Kirche mit frischer Glaubenswärme erquickt, die wankenden Gemüther vorden drohenden Gefahren gewarnt und in der Gottseligkeit befestigt, die Gefallenen abervon ihren Irrwegen zurückgezogen und der verlassenen Heerde wieder zugeführt haben.
AIS eifrige Diener Gottes haben Sie Alle mit bewunderungswerther BerufS -treue, keine Beschwerden scheuend, die weiten Gefilde des christlichen Lebens zu denreichlichen Saaten der ewigen Heilswahrheiten sorgfältig vorbereitet, um dem himm-lischen Säemanne eine gesegnete Ernte zu sichern.
Weder diese schwachen Ausdrücke des Dankes und der Verehrung, noch diegroße und aufrichtige Theilnahme, welche alle Stände Ihnen mit Ausdauer und An-hänglichkeit gewidmet haben, noch auch sonstige Kundgebungen menschlicher Anerken-nung vermögen indessen Ihre segenvolle Thätigkeit würdig zu belohnen; denn demWirken für das ewige Heil der Menschheit kann nur in der Ewigkeit der verdienteLohn zu Theil werden.
Daher erheben Alle, welche diese Worte an Sie, ehrwürdiger Vater! und anIhre hochgeehrten Amtsbrüder ehrfurchtsvoll richten, ihre dankerfüllten Herzen mitfreundlicher Inbrunst zu dem ewigen Vergclter alles Guten und flehen um dessenreichlichste Segnungen für Sie alle und Ihr heilvolleö Wirken.
Um aber zugleich zu beweisen, daß ihre Saaten nicht auf ein unfruchtbaresErdreich gefallen sind, geloben wir Ihnen heilig vor Gott und den Menschen, fortanauch nach den von Ihnen verkündeten Heilswahrheiten zu leben, stets im Geiste zuwandeln und immer mehr zuzunehmen in den Früchten des Geistes, in „Liebe, Freude,Friede, Geduld, Milde, Güte, Langmuth, Sanftmuth, Treue, Mäßigkeit, Enthalt-samkeit und Keuschheit."
Mit diesem Gelöbnisse scheiden wir schmerzerfüllt von Ihnen, ehrwürdige Väterund Ihren sehr verehrten Amtsbrüdern. Uns und unseren Nachkommen soll das An-denken an Sie alle und an die heilige Mission ewig gesegnet bleiben.
Sie alle aber bitten wir für unS und die unsrigen nm Ihren väterlichen Segenund um die liebevolle Erinnerung in Ihrem frommen Gebete, damit das geistige Band,womit Sie unsere Herzen fest an sich gezogen haben, stets unauflöslicher geknüpftund dadurch die selige Hoffnung gerechtfertigt werde, daß wir uns einst Alle freudigwieder sehen werden am Throne der ewigen Wahrheit, um dieselbe, vereint mit allenseligen Geistern, in ungetrübtem Jubel zu lobpreisen in alle Ewigkeit!
Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags-Znhaher: F. C. Krem er.