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seinen Einfluß, den ernsten, religiösen Charakter und energischen Unternehmungsgeistseiner Bewohner kennt, wird zugeben müssen, daß von der Rückkehr dieser Nationzum wahren Glauben nicht bloß die Bekehrung der übrigen Protestanten, sondernauch der noch heidnischen Völker zum großen Theile bedingt ist. Ja, ich glaube,selbst unsere Politiker — obgleich dieses Unternehmen nichts mit der Politik zu schaffenhat — würden nicht wenig damit zufrieden seyn, wenn eS uns recht bald gelänge,mit der Gnade Gottes die englische Nation zum Katholicismus zu bekehren. Sicher-lich würden sie dann jene egoistische und revolutionäre Richtung in der englischenPolitik, die jetzt wie ein Alp auf die übrigen Völker drückt, wenig mehr zu befürch-ten haben. Demnach ist dieses ein handgreiflicher Beweis für die Wahrheit dessen,waS Pater JgnatiuS in dem folgenden Ausruf sagt, daß die Erfüllung dieser Liebes-pflicht den Katholiken nicht nur die selige Ewigkeit erwerben, sondern auch ihre irdi-sche und bürgerliche Wohlfahrt in hohem Grade vermehren werde..«»»? «Äi-tt mx»j»S «nn>mlÄ»üD»«jV n»tmiS»P .ZgiiläZ illv pm<j K» «Ho«
Verein
zu Gebeten und guten Werken für die Bekehrung derjenigen, dievon der heiligen katholischen Kirche getrennt sind, insbesondere
Ich ermähne euch vor allen Dingen, daß Bitten, Gebete,Fürbitten, Danksagungen geschehen für alle Menschen.1. Tim. 2, 1.
I. Als der Sohn Gottes auf die Erde herabkam, gingen alle seine Absichten,seine Mühen, seine Leiden und sein Tod dahin, alle Menschen zu einer einzigenFamilie von Anbetern des wahren Gottes zu machen, die untereinander verbundenseyen durch den Glauben an jene Wahrheiten, welche Er selbst unö offenbaren wollte,und die beseelt wären von jener Liebe, die er unsern Herzen einflößt durch seineGnade, seine Sacramente und die andern heiligen Einrichtungen, welche er in seinermakellosen Braut, der katholischen Kirche , angeordnet hat. Demgemäß sagt der heiligePaulus: „Gott , unser Erlöser, will, daß alle Menschen selig werden und zur Er-kenntniß der Wahrheit gelangen." (1- Tim. 2, 4.) „Der sich selbst zur Erlösungfür Alle hingegeben hat." (Ibiä v. 6 ) — Oder die Absicht des Erlösers war, —wie eS zuerst durch die Propheten, und dann durch ihn selbst ausgesprochen wurde,— aus allen Menschen gleichsam eine Heerde gelehriger Lämmer zu bilden, dieihrem Hirten folge. „Noch andere Schafe habe ich, die nicht aus diesem Schafstallesind; auch diese muß ich herzuführen, und sie werden meine Stimme hören, und eSwird eine Heerde werden und ein Hirt." (Joh . 10, 16.) Daher konnte der Apostelsagen, (Ephes. 4, 5—6) daß, gleichwie eS nur einen Gott gibt, welcher der Herrund Vater Aller ist, so müsse auch nur ein Glaube Aller seyn und eine Taufe,durch welche der Glaube eingegossen wird. „Ein Gott, ein Glaube, eine Taufe,ein Gott und Vater Aller."
II. Aber wie viele gibt es denn, ihr Katholiken, die sich dieses hohen Guteserfreuen, das unser Erlöser uns bereitet hat? Vergleichen wir die Zahl der Katholikenmit den übrigen Menschen, die aus Erden leben, so können wir behaupten, daßkaum der fünfte Theil daran Antheil hat. Nach ungefährer Berechnung wissen wir,daß die Katholiken, die allein ein so großes Glück genießen, vielleicht nicht 200Millionen ausmachen; während alle die andern, daö heißt 400 Millionen Heiden,4 Millionen Juden, 100 Millionen Muhamedaner und 100 Millionen Schismatikerund Irrgläubige, desselben beraubt sind. Nun, da muß ein wahrhaft katholischesGemüth die größte Betrübniß fühlen über daS Verderben so vieler Seelen, und vonlebendigem Eifer und Verlangen entbrennen, so vielen Seelen die hohe Wohlthat deskatholischen Glaubens zu verschaffen; denn es steht an vielen Orten der heil. Schriftgeschrieben, daß wir Alle eifern sollen für die Ehre GotteS und daS Heil unsererBrüder, wozu alle Menschen gehören; das fordert auch die Liebe von unS, die AllenAlles werden will. Und welche Mittel werden wir für ein so heiliges Werk gebrau-