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chen können? ES gibt deren viele, deren sich nur Wenige bedienen können, und diesesollen hier nicht erwähnt werden; andere jedoch können und sollen von Allen ange-wendet werden, und von diesen ist das erste das Geber. «Ich ermähne euch vorallen Dingen u. s. w." Laßt unS also beten, o Katholiken, beten mit allem Eiser,beten für daS Heil aller Menschen; gewiß, daS ist ein Werk, daö unserm Heilandeüberaus wohlgefällig ist, wie uns derselbe Apostel sagt: „Denn dieses ist gut undangenehm vor Gott, ' unserm Erlöser." (1. Tim. 2, 3.) Ja, daö ist das Mittel, wel-ches der Heiland selbst und derselbe heilige Paulus uns für den Zweck vorgeschriebenhat: „Bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter auf seinen Acker sende." t^Mallh.9, 38.) „Brüder, bittet für uns, damit daS Wort Gottes seinen Lauf habe undverherrlicht werde, so wie auch bei euch." (2. Thess. 3, 1.) Wir sollen uns alsoAlle im Geiste zum Gebete vereinen, damit alle Menschen erkennen den wahren Gott,Christus, den Er gesandt hat, und seine heilige Religion. Und eben dieses ist derZweck jenes Werkes, welches bereits inS Leben getreten ist unter dem Namen:GebetSverein für die Bekehrung Englands , welches wir aber vonnun an auszudehnen wünschen auf alle diejenigen, die eines so hohen Gutes nochberaubt sind.
III. Aber so sehr wir auch dieses Werk ganz allgemein auf Alle auszudehnenwünschen, so liegr unS nichtsdestoweniger England besonders am Herzen, und wirwünschen, daß daS Gebet zunächst immer auf die Bekehrung dieses Landes gerichtetsey; und zwar aus vier Ursachen: 1) weil dieser Verein von englischen Katholikenfür ihr Vaterland ist gegründet worden, weßhalb eS scheint, als müsse man diesemeinen gewissen Vorzug geben. 2) Weil England großen Einfluß und bedeutendeVerbindungen mit fast allen Nationen der Erde hat, weßhalb eS, zum Katholicismusbekehrt, unermeßlich viel zur Bekehrung Aller beitragen kann; wogegen eö umgekehrt,wenn eS dem wahren Glauben feindselig bleibt, der Ausbreitung desselben und derRückkehr der Verirrten schwer zu überwindende Hindernisse bereiten wird. 3) WeilEngland vor seinem beklagenswerthen Abfalle ein sehr edler Theil der Kirche war,reich an Gnaden und an Heiligen. Es genügt, einen Blick zu. werfen auf die groß-artigen Ueberreste der alten verlassenen Religion, um ein eben so rührendes, alswahres Zeugniß zu sehen von seinem Glauben, seiner Frömmigkeit und Religiosität.Wie diese Erinnerung die Seelen, die Gott und die Kirche lieben, antreiben muß,für die Rückkehr dieses Reiches zu jener zu beten, so gibt sie gleichfalls die gegrün-dete Hoffnung, daß es noch einmal dasselbe thun werde, wenn es zur Religionseiner Väter wird zurückgekehrt seyn. 4) Endlich, weil der heilige Vater Pius IX. ,wie auch Gregor XVI. glorreichen Andenkens denen besondere Ablässe verliehen hat,welche für die Bekehrung der englischen Protestanten zum Katholicismus beten, durchwelchen Act oberhirtlicher Pietät er hinreichend zu erkennen gegeben hat, wie sehrihm die Rückkehr jenes Reiches zur Kirche am Herzen liege.
IV. Schon hat dieses heilige Werk, obgleich nur von wenigen Personen ange-regt, durch die göttliche Barmherzigkeit unter verschiedenen katholischen Nationen eineglückliche Wendung genommen. Frankreich , wo eS zuerst verkündigt wurde, hat eSnicht blos mit jenem Eifer aufgenommen, durch den eS sich in jedem Unternehmenauszeichnet, sondern hat auch nicht ermangelt, den Einladungen zu entsprechen, diespäter nach Gelegenheit an dasselbe gerichtet wurden. Ein Beweis dafür sey, wasein englischer Laienbruder aus dem Trappistenorden auswirkte. Er sammelte inFrankreich Almosen zur Erbauung einer Kirche seines Ordens, und verlangte zugleichGebete für England , und brachte 500 schriftliche Versprechen von eben so vielenKlosterobern mit, die sich mit allen Angehörigen des Klosters verpflichtet hatten, fürdiesen Zweck zu beten, außer 3W solcher Versprechen, die er mündlich erhielt. Aberder erbaulichste und großartigste Eifer jener edlen Nation gab sich bei folgender Ge-legenheit kund. ES sind jetzt sechs Jahre, daß Monsignor Wiseman, jetzt Cardinalder heiligen römischen Kirche, zu dem Ende ein Rundschreiben schickte an die BischöfeFrankreichs , die, ergriffen von den Bitten ihres Mitbruderö und von der Heiligkeit