102
Christus ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zumVater als durch Ihn" (Joh. 14, 6). Die Kirche aber ist die liebevolle Mutter,die Euch Christus gegeben hat, um Euch, ihre Kinder, auf diesem göttlichen Wegedurch die göttliche Wahrheit zum ewigen Leben hinzuführen. Folget deßhalb, theure,geliebte Kinder in Christo, dem Herrn, folget der Stimme der Mutter, die Euch dergute Seeleuhirt gegeben hat und erfüllet vie Worte, die Er einst mit so liebendemHerzen sprach, als er sich mit dem guten Hirten verglich: „Die Schafe hören seineStimme; er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie heraus. Und wenn er seineSchafe herausgeführt hat, geht er vor ihnen her und die Schafe folgen ihm nach,weil sie seine Stimme kennen. Einem Fremden aber folgen sie nicht, sondern fliehenvor ihm, denn sie kennen die Stimme des Fremden nicht" (Joh. 1l), 3 u. ff.). Owahrhaft glückselig ist der Mensch , der so auf die Stimme des guten Hirten in seinerKirche hört, der dem guten Hirten folgt, wohin er ihn führt, und der vor jenenFremdlingen und Miethlinaen flieht, denen an den Schafen Christi nichts gelegen ist.
Ja fliehet diesen Geist der Lüge, der jetzt in der Welt umgeht, um Eure Liebezu Christus und zur Kirche zu erschüttern, und der fast durch jevcS ZeitungSblatt zuEuch spricht. Aergert Euch nicht und laßt Euch im Glauben nicht irre machen,wenn Ihr sehet, daß die Weltkinder die Kirche Christi hassen. Christus hat uns jagesagt: „Wenn euch die Welt haßt, so wisset, daß sie mich vor euch gehaßt hat.Wäret ihr von der Welt gewesen, so würde die Welt das Ihrige lieben; weil ihraber nicht von der Welt seyd, sondern ich euch von der Welt auSerwählt habe,darum haßt euch die Welt" (Joh . 15, 13). Der Haß gegen Christus uud seineKirche hat dieselbe Quelle — die Bosheit des Herzens der Weltkinder; sie hassenChristus, »weil ihre Werke böse sind" (Joh . 7, 7).
„Kämpfet also für den Glauben, der den Heiligen gegeben ist" (JudaS v. 3).„Es haben sich Menschen unter uns eingeschlichen, die längst dem Strafgerichte vor,herbestimmt sind, Gottlose, welche die Gnade unsers Gottes zur Befriedigung derLüste mißbrauchen, und den einzigen Gebieter, unsern Herrn Jesum Christum, ver-läuguen. Wie aber Gott die Engel, welche ihre Würde nicht bewahrten,.... zumgroßen Gerichtstage mit ewigen Banden in der Finsterniß aufbewahrt hat; wie So-doma und Gomonha und die umliegenden Städte, welche Unzucht trieben, zum Bei-spiele aufgestellt sind, eben so wird es auch diesen gehen, welche das Fleisch beflecken,die Obrigkeit verachten und alle Würde läugnen." Sie kennen weder die Kirche nochihre Lehre, noch ihren Ursprung, noch ihren Geist, „aber sie lästern, was sie nichtkennen," fährt der Apostel Judas fort, „und das, was sie von Natur wissen, wirdihnen zum Verderben. Wehe ihnen, denn sie gehen den Weg des Kain, sind demIrrthum Balaams, der Gewinnsucht ganz hingegeben und gehen zu Grunde im Auf-ruhr gegen Gott und seine Offenbarung wie Core." Sie sind wie Wolken ohneWasser, die ohne alle wahre Weisheit und Wissenschaft von den Winden derTageSmcinungen umhergctrieben werden, wie Bänme des Herbstes, un-fruchtbar im Guten und nur fruchtbar im Bösen, zweimal erstorben denTod der Seele, indem sie erstens die wahre Liebe und zweitens den Glauben ver-loren haben, und auSgewurzelt, d. h. mit den Wurzeln, mit allen Fasern der Seeleaus dem wahren Baume des Lebens, auö Christus und seiner Kirche herausgerissen,Sie sind wilde Wellen des Meeres, von ihren Leidenschaften uud blind.n sinn-lichen Trieben hin und her gepeitscht, sie sind irrende Sterne, die sich der neuenBahnen, worauf sie wandern uud woraus sie die Welt führen wollen, rühmen, ohnedaran zu denken, daß sie hier auf Erden bald spurlos verschwinden werden und daßdann die Schrecken der Finsterniß ans ewig ihnen aufbehalten sind.Gott hat aber geweissagt und durch Enoch gesprochen: „Siehe eS kommt der Herrmit seinen Tausenden von Heiligen, Gericht zn halten über Alle, und zur Strafe zuziehen alle Gottlosen wegen aller ihrer Werke der Gottlosigkeit, die sie verübt, undwegen aller der Lästerungen, die die gottlosen Sünder witer Gott ausgestoßen."
„Sie sind murrende, stets klagende, nach ihren Lüsten wandelnde Leute," fahre