Ausgabe 
13 (23.1.1853) 4
Seite
32
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

38

später hatte man doch noch so viel Pietät zu denselben, daß man deren Wächter, dieSöhne deS heiligen FramiScuS, mit reichlicher Unterstützung bedachte. So spendeteSpanien allein jährlich über 300,000 Fr., Portugal 220,000 Fr. an das heilige Grab;andere Länder und Völker vernachläßigten dasselbe eben so wenig. Da kam eine Zeit,wo man die heiligen Orte und ihre Wächter gänzlich vergaß, und diese, um vordem Hungertode sich zu retten, genöthigt waren, die heiligen Gefäße zu verkaufen.ES war die Zeit der frivolen Aufklärung und der aus dieser hervorgegangenen wildenRevolution. In Oesterreich , daS in weniger als dreißig Jahren über Eine und einehalbe Million Fr. nebst vielen reichen Kirchenzierrathen nach Palästina gesendet hatte,verbot Joseph II. jede künftige Almosenspende dorthin und überhaupt ins Ausland:die Revolution, die ihr folgernden Kriege machten auch in andern Ländern jedeSammlung beinahe zur Unmöglichkeit.

Die neuere Zeit, wie sie überhaupt neben vielem Schlimmen auch viel Guteszum Vorschein bringt, hat wieder angefangen, sich des heiligen GrabeS zu erinnern.In Oesterreich werden alljährlich am Charfreitage reichlich ausfallende Almosen gesam-melt, der Ludwigsverein in Bayern sendet eben so seine jährlichen Spenden; auch diehistorisch-politischen Blätter haben gesammelt, und ihr Ruf ertönte nicht umsonst inihren Leserkreis hinaus. Hoffen wir, daß mit dem katholischen Bewußtseyn, daß answunderbare Art an so vielen Orten zu erstarken beginnt, auch daS Interesse für dieheiligen Orte und die unbestreitbaren Rechte der katholischen Welt auf dieselben immermehr sich hebt, und ein gemeinsam aus dem Munde katholischer Fürsten und Völkerausgehender Ruf nach Achtung derselben deren geheime und offene Beeinträchtiger

zur Achtung wirklich zwingt. (S. C.)

.PizUlv? v>-in?!»!?!- Änij Nn5M)siinF mZ».'g w»!»ltb!?!»<k ??4 2>4 cknn

Christliche Lesefrüchte und Betrachtungen eines Laien.

.iw?'tt'i.jn,ik!i 7« <5nu 'ü<U >WoMchWz.)>,. ,ui '»s.'.M KZ iM« »» uuu^.'-'

bk(T .nM<chvÄ 5'Lt,Lt, tjf» zuu -u.kz^-I »W, »mlu-dA 0k .mknbW öl lim

Die Zunge ist jener Theil deS menschlichen Leibes, welcher zuerst und vorzüg-lich mit der heiligen Hostie in Berührung kömmt. Nach einer solchen Berührungsoll sie sich geheiligt fühlen und zu nichts anderm mehr bestimmt, als Gott zu lob-preisen und von sich den besten und tugendhaftesten Gebrauch zu machen. WaS siespricht, sott nur zu Gottes Ehre und deS Nächsten wahrem Nutzen seyn, in allemUebrigen aber soll sie schweigen.

«nschiiK M!!l/>ik'li> tz-i 5>MK ;gu<):A. m»?, ijk'Z , «s»q^,n?z?

Wir wissen daß für unS der Winter nur durch eine veränderte Stellung derErde zur Sonne, nur durch eine Aenderung an ihrer Laufbahn entsteht; eS ist die-selbe Erde, fähig, die schönsten Blumen und Blüthen, die herrlichsten Früchte her-vorzubringen; eS ist dieselbe Sonne, der Quell von Licht und Wärme, sähig,überall Leben, Fröhlichkeit und Gedeihen hervorzurufen: allein eine kleine Veränderungder Laufbahn, der Stellung zur Sonne, welche Umwandlung bringt sie hervor,wie ist nun Alles öde, kahl, erstarrt, düster, unfruchtbar! Sieh, o Mensch! darin«in Bild deines Verhältnisses zu Gott ! Er ist immer derselbe, in Dir ruhen alleAnlagen, ein Engel zu werden, oder ein verworfener Geist; auf dem rechten Wegzu Gott, Äuf der richtigen Laufbahn nach Seinem Willen wird deine Seele reichwerden an guten Früchten für die Ewigkeit, geschmückt mit himmlischer Schönheit;wie du aber allmälig abweichest von dieser Bahn, so eilst du unaufhaltsam dem Reichder Sünde, deS geistigen Todes zu; deine Seele wird verfinstert, kalt, unfruchtbarwerden unfähig, Früchte für die Ewigkeit hervorzubringen; sie wird erstarrt undtodt seyn, Während Alles, waö auf der rechten Bahn geblieben ist, blüht, gedeihtund lieblich ist vor Gott und den Menschen!

Verantwortlicher Redacteur: L> Schönchen, Verlag«-Zuhaber: F. E> Kremer.