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ficht geschehe, um dadurch für die Zukunft einen neuen RcchtStitel zum alleinigenBesitz zu begründen, widersetzten sich diesem Vorhaben. Um sie nun zum Nachgebenzu zwingen, beschädigten die Griechen die Bedachung der Kuppel; der Erzähler warselbst Augenzeuge, wie von ihnen Bleiplatten von der Bedachung abgerissen wurden.
ES gereicht Frankreich , welches seit Jahrhunderten eine Art Protectorat derheiligen Orte ausgeübt hat, zur Ehre, daß eS sich seiner Pflichten in der neuestenZeit wieder erinnerte, obwohl leider, wie eS scheint, keine Hoffnung vorhanden ist,daß die Katholiken zu ihrem vollen Rechte kommen werden. Es wäre Pflicht derkatholischen Mächte, vereint und »lit Ernst Schritte zur Erlangung des guten Rechtesbei der nur zu sehr vom russischen Einflüsse bestimmten Pforte zu thun. Ist ja inder neuesten Zeit noch ein neuer Feind hinzugekommen, welcher allerdings keinen An«spruch auf die Heiligthümer macht, sondern seinen Tempel auf den Fundamenten derBurg deö HerodeS, des Schlächters der unschuldigen Kinder, aufgeführt hat, deraber auf eine andere, wohl noch schlimmere Art, durch Ausstreuung von Verdächti-gungen gegen die katholische Kirche und durch Entstellung ihrer Lehren, die katholischeMission am heiligen Grabe und in Palästina angreift. Wir meinen das von Eng-land und Preußen neu gegründete protestantische BiSthum. Mgr, MiSlin widmeteder Würdigung der MissionSthätigkeit des gegenwärtigen protestantischen Bischofs,Herrn Gobat, ein ganzes Capitel, und führt »ach Verdienst hiebet eine scharfe Feder.Die Aussichten auf Erfolg sind allerdings für den Protestantismus, der 300 Jahrelang vergessen hatte, daß eS ein heiliges Land und heilige Orte gibt, und nun erst,wo er in seiner vollen Auflösung begriffen ist, aus der HerodeSburg in Jerusalem sich breit zu machen sucht, nicht glänzend; allein eS ist immerhin ein neuer Feindund die Kräfte der verlassenen guten FranciScaner sind ohnehin so schwach.
Dieser Erzählung der äußern Bedrängnisse der katholischen Mission im heiligenLande wollen wir noch eine solche über ihren innern Zustand anfügen.
Die Mission des heiligen Landes umfaßt Palästina, Syrien , Cypern undEgvpten; sie zählt 23 Klöster und Hospitien mit 102 Priestern und 67 Laienbrüdern,mit 16 Pfarreien, 10 Schulen, 694 Schülern und mit 12,122 Katholiken. — DaSKloster zum heiligen Erlöser in Jerusalem zählt allein 28 Priester und 32 Laienbrü-der, wobei die 10 bis 12 Priester nicht gerechnet sind, welche abwechselnd Jahr auSJahr ein zur Bewachung des heiligen Grabes in der Kirche desselben eingeschlossensind. An der Spitze der Mission steht gegenwärtig ein Patriarch, welcher vom heiligenStuhle im Jahre 1847 zur Unterstützung der so sehr angefeindeten und so macht-und schutzlosen Mönche nach Jerusalem geschickt wurde. ES ist über alle Maaßendemüthigend für die so große katholische Welt, auS dem Werke unseres PilgerS zuvernehmen, daß dieser zum Schutze der Rechte des heiligen Grabes abgesandte Kirchen-fürst, Mgr. Valerga, so zu sagen in Armuth, nur von einer geringen Unterstützungder Propaganda lebt, daß er keine Wohnung, keinen Klerus, keine eigene Kirche,kein Seminarium hat, während die Griechen und Armenier herrliche Kirchen, dieMuselmänner prachtvolle Moscheen, die Juden mehrere Synagogen, selbst der melchi-tische Patriarch nnd der protestantische Bischof eigene Kirchen besitzen.
DaS Land selbst vermag nichio zur Bestreitung der großen Auslagen der Mis-sion für Unterhalt der Priester, der Pilger, der Schulkinder — denn mit der geistigenmüssen die Mönche den Kindern auch leibliche Nahrung reichen, um sie dadurch eherzum Schulbesuche anzulocken — beizutrage»; die Katholiken sind größtentheilS imganzen Umfange der Mission sehr arm und eher unterstützungsbedürftig als unter«stützungsfähig. Zu diesen jährlichen Auslagen kommen dann noch von Zeit zu Zeitwillkürliche von Seiten der türkischen Regierung auserlegte Contributionen. Ehemalsmußte das Kloster von Jerusalem alkin dem dortige» Pascha eine jährliche Kontributionvon circa 31,000 Franken bezahlen. In letzterer Zeit haben die Paschas diese Kontri-bution herabgesetzt, dafür aber treten nun die reichen Griechen mit Forderungen fürRechte auf, die sie nie gehabt, sondern nur usurpirt hatten. twN
Die christliche Welt setzte einstmals für die heiligen Orte Gut und Blut ein:
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