Ausgabe 
13 (30.1.1853) 5
Seite
34
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

ktkiftftls!l!^ ^^!ttk^?^k^?Ä

Du, Sailers Jünger! wie durch der Zeiten StromDen Namen Sailers dankbar die Nachwelt wahrt:Des großen Schülers Name glänzet

Mit in dem Ruhme des großen Meisters,

Wir aber klagen, sieh mit uns Kindern klagtEr selbst der hohe Vater der Christenheit,Der in dem Purpur den geliebten

Sohn an die Seite des Throns sich stellte.

Nun ruhst vom Streite; den amarant'nen KranzDes Sieges reichet treue Dein Heiland DirO trock'ne Deiner Waisen Kirche

Thränen durch dein Gebet Verklärter!Regensburg , 24. Jan. 1853.

I. B. TafrathShofer.

Pater Antontewiez.

(Schles. K. Bl.)

Der ausgezeichnete Man», dessen Verlust nicht bloß der Orden der GesellschaftJesu tief zu beklagen hat, der schmerzlich empfunden wird von Allen, die jemalsGelegenheit halten, nie interessante und erquickende Bekanntschaft dieses nickt gewöhn-liche» PrieKerS zu machen, würde verdienen in unserm Blatte ein Denkmal der Liebezu erhalten, auch wenn er nicht in dem letzten Jahre seines LebenS durch seine apo-stolische Thätigkeit in den polnischen Missionen Oberschlesiens in besondere, heiligeBeziehung zu unserm Lande getreten wäre und in den Herzen von Tausenden einsegensreiches Andenken hinterlassen hätte. Nm so mehr ist es unsere Pflicht, diesenKranz der Erinnerung, den auf unsere Bitte eine liebende, hochachtbare Hand gewun-den hat, auf dem Grabe d'es selig Eulschlafenen niederzulegen, dessen die Welt nichtwerth war, und den deßhalb der Herr, welcher der irdischen Wirksamkeit auch derBesten nicht bedarf, so frühzeitig zu sich genommen.

Pater Carl BorromäuS Antoniewicz wurde 1807 zu Skwarzew inGalizien geboren, und stammte aus einer reichen, adelichen armenischen Familie, inwelcher die liefste Religiosität herrschte. Nachdem er frühzeitig seinen Vater verloren,wendete die Mutter ihre ganze Sorgfalt auf seine Erziehung. Er sprach nie ohnedie größte Rührung von seiner Mutter.Ich liebte sie mehr als daS Leben," sagteer, denn ich verdankte ihr mehr als daS sterbliche Leben; sie lehrte mich jenes LebendeS Glaubens, der Hoffnung und der Liebe kennen, ohne welches unser Erdcndasevnnur eine Kette von Widersprüchen, ein Kampf ohne Sieg, ein Leiden ohne Verdienstwäre." Unter Ueberwachung eines solchen MutterherzenS vollendete er seine Studienauf dem Gymnasium zu Leopol und trat darauf mit 23 Jahren in den Militärdienstein. Der unglückliche AuSgang des polnischen Krieges 1331 führte ihn inS Privat-leben zurück. 1823 heiralhete er seine Cousine Sophie Nilkarowicz, gleich ausge-zeichnet durch Schönheit wie durch Frömmigkeit. Es war dieß eine wahrhaft christ-liche Ehe! Die heilige Liebe dieses edlen Paares kannte keine Gränzen; im Besitzeines großen Reichthums, verwendete es denselben gänzlich im Dienste des Nächsten.Richt allein ihr Geld, auch ihre Zeit und ihre Sorge brachten sie der Armuth unddem Elend zum Opfer; ihr Schloß wurde zum Hospital, in welchem sie dem Herrnin seinen dürftigsten Brüdern dienten. Zu der Freude, die ihnen zu Th'eil ward,gesellte sich aber auch daS Leid. Fünf Kinder wurden, in kurzen Zwischenräumeu,zu Grabe getragen. Am Tode des letzten KindeS glaubten sie zu erkennen, daß derWille GotteS sie zu einem noch vollkommnere» Leben berufe und sie beschlossen, sichzu trennen und den Rest deS Lebens dem Dienste GotteS zu weihe». Die 24jährige