Ausgabe 
13 (26.6.1853) 26
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neuesten Zählung 1,164,142 ist. Ihnen gegenüber kommt die Vereinigung allerSecten nur aus 1,821,7<l), welche durch ihre Zerspaltung sehr geschwächt wird. Manhat dort 1554 katholische Priester und eine ansehnliche Reihe religiöser Genossenschaften.Das alles ist nicht zu verachten. In seinem neu erwachten religiösen Eifer, in seinerstarken Einheit, im Bewußtseyn seines Rechtes, in der Theilnahme der ganzen katho-lischen Well und in der Kraft seines Gebetes wird das katholische Leben in Holland mit Gottes Hülfe unüberwindlich seyn! (Rh. Krchnbl.)

Türkei .

DerAmico cattolico di Milano" berichtet nach einer Korrespondenz aus Kon-stantinopel: Ein Laie von großem Talent und festem Charakter, welcher in den ge-schichtlichen, sprachlichen und theologischen Wissenschaften sehr bewandert ist, hat denPlan gefaßt, an der Wiedervereinigung der griechischen schismatischen Kirche mit derrömischen Kirche zu arbeiten. Zur Erreichung dieses Zweckes betritt er denselben Weg,welchen Cobbett früher eingeschlagen hat, um etwas Licht bei den Engländern zu ver-breiten. AuS dem gegenwärtigen Zustande der griechischen Kirche nimmt er seineGründe, um seine griechischen Landsleute zu überzeugen. Er verbreitet überall unterihnen Rundschreiben, in welchen er zuerst die schmählichen Ursachen ihrer Trennungvon der römischen Kirche entwickelt und dann zeigt, durch welche noch schmählichereGründe dcö Eigennutzes das Schisma sich noch in der" Gegenwart hält, und wie sehrdie getäuscht werden, welche darauf hören. Vorzüglichen Nachdruck legt er auf fol-gende Puncte: »

1) Die griechische Geistlichkeit, welche ganz mit Unrecht sich die orthodoxe(rechtgläubige) nennt, hat durch Geld ihre Stellen erkauft, ist von der kirchlichenGemeinschaft ausgeschlossen, und ehrlos, weil sie mit Verletzung aller Kirchengesetzeund aller vom heiligen BasiliuS und den Kirchenversammlungen des Morgenlandeserlassenen Bestimmungen Alles für Geld verkauft, unv sie auf diese Weise durch ver-schiedene Auflagen eine Bank eingerichtet hat, welche den Priestern Geld liefert undsie in den Stand setzt, sich die größten Reichthümer zu verschaffen;

2) die griechische Geistlichkeit fällt in den lächerlichsten Widerspruch; denn vonder einen Seiie verkauft sie für Geld Zettel der Verzeihung und Lossprechung für dieSünden verstorbener Gläubigen, während sie von der andern Seite daö Daseyn einesReinigungsorteS leugnet, und diesen Glauben den lateinischen Christen als Verbrechenanrechnet;

3) auf der allgemeinen Kirchenversammlung zu Florenz fand eine Wiederver-einigung der griechischen und der lateinischen Kirche statt, und diese Wiedervereinigungwurde von beiden Seiten feierlich beschworen. Unwürdige Bischöfe fanden aber Mittel,diese Thatsachen dem griechischen Volke zu verbergen und ihm die Wahrheit zu ver-hehlen. Um ihre Leidenschaften besser befriedigen zu können, verletzten diese Prälatendie heiligsten Eide und traten sie mit Füßen, und verewigten so das Schisma;

4) die Mitglieder der griechischen Geistlichkeit treiben ihre Verderbtheit bis auf'SAeuperste, nöthigen daS Volk zu immerwährenden Gaben für den Unterhalt von Frauen,welche sie Wittwen und Jungfrauen nennen, welche aber die Gegenstände und Opferihrer schmählichen Leidenschaften sind....

Diese Rundschreiben bringen beim Volke große Wirkung hervor. Sie werden ingroßer Anzahl und in verschiedenen Sprachen sogar im Patriarchat von Konstantinopelverbreitet. Der griechisch-schiömatische Patriarch ist dadurch sehr aufgeregt und wendetalle Mittel an, ihre Wirkung zu vereiteln.

Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.

Verlags - Inhaber: F. C. Krem er.