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Die katholischen Zustände in Holland .
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DaS bekannte apostolische Schreiben Seiner Heiligkeit PiuS IX. vom 4. Märzist nun vollständig ausgeführt und die Widereinsetzung der bischöflichen Gewalt inHolland ist gegenwärtig eine ausgeführte und vollendete Thatsache . Wenn man auchabwarten muß, was der blinde Eifer eines Theiles der dortigen Protestanten denKatholiken und ihren neuen Bischöfen noch weiterhin für Händel bereiten wird, so istdaS jedoch schon ein Gewinn, daß dieser Fanatismus die Ausführung der päpstlichenVerordnung nicht hat hindern können. Bisher enthielt Holland drei apostolische Vica-riate: zu Herzogenbusch, zu Breda und zu Ruremond, und drei apostolische Vicare,welche zugleich den bischöflichen Charakter hatten, mit einem Titel in psrtibus inktle-lium, verwalteten diese Districte. Derjenige Theil des Landes, der außerdem übrigwar, wurde die eigentliche Mission genannt. Er war in sechs Missionen getheilt,welche von eben so vielen Erzpriestern verwaltet wurven, unter der Autorität deSapostolischen JnternuntiuS, welcher im Haag residirt und den Titel Präsident oderNicesuperior der Mission führt; denn als eigentlicher Superior wurde der Papst selbstbetrachtet. In der Begränzung der drei Vicariate ist nichts geändert worden. Siesind ganz einfach nun Diöcescn geworden. Die Prälaten, welche die beiden letzterenverwalteten, sind nun aus Bischöfen in partidus wirkliche Bischöfe von Breda undRuremonde und in alle Rechte als solche eingesetzt worden: in das ErzbiSlhum Utrecht und das Bisthum Harlem . Für diese fünf neuen Diöcescn, die in ihrer Vereinigungeine eigene Kirchenprovinz bilden, ist Utrecht zur Metropole erhoben worden, und derbisherige apostolische Vicar von Herzogenbusch ist für dieses ErzbiSthum ernannt,während er zugleich für einstweilen die Verwaltung der Diöcese von Herzogenbusch beibehält und daselbst wohnen bleibt. Das sind die Veränderungen, welche daS apo-stolische Schreiben hervorgerufen hat, und welche von Seilen der Gegner so großenLärm veranlaßt haben. Inzwischen haben die Bischöse ungestört Besitz von ihremPosten genommen und an die Gläubigen ihrer Diöcese entsprechende Hirtenbriefe erlassen,welche am Dreifaltigkeikssonntage auf allen Kanzeln der fünf Diöcescn den Katholikenvorgelesen wurden. Am Sonntage vor Pfingsten fand im Seminar zu Harlem dieConsecration des Herrn Van Vree, als Bischof von Harlem statt, denn er warder einzige von den vier ernannten Bischöfen, welcher noch nicht die bischöfliche Weiheerhalten hatte. Am Pfingstmontage sand unter dem Vorsitze deS ErzbischosS vonUtrecht eine Conferenz der neuen Bischöfe statt zur Besprechung der allgemeinen kirch-lichen Interessen von Holland . Gleich darauf traten die Bischöfe die Visitation ihrerDiöcescn an, nachdem sie vorher nicht unterlassen hatten, dem Minister deS katholischen Cultus die Besitznahme ihrer Bisthümer und ihrer Titel amtlich anzuzeigen. SeineExcellenz, der apostolische JnternuntiuS, Mgr. Belgrads hat demselben Ministerdie Anzeige gemacht, daß die kirchliche Gewalt in Holland nun in die.Hände desErzbischosS und der Bischöfe gelegt sey und er selbst sogleich aufhöre, Präsident undVicesuperior der holländischen Misston zu seyn. DaS Nämliche hatte der JnternuntiuSdem neuen KleruS durch ein Rundschreiben angezeigt.
Es ist bekannt und durch die politischen Blätter hinreichend besprochen, wie sehrdieses Ereigniß den Eifer desjenigen Theiles der Protestanten aufgestachelt hat, welcher,eingedenk der alten Tyrannei, die Katholiken in Holland wieder, wie in früherenZeiten, unterdrückt zu sehen wünschte, während die bestehende neue Verfassung ververhaßten Kirche volle Religionsfreiheit garaittirt. Nachdem das bisherige liberaleMinisterium Thorvecke gestürzt worvcn ist, kann das neue Ministerium Van Hall,eben so wenig die maaßlosen, die Verfassung verachtenden Anforderungen jener Eifererbefriedigen, welche mit allen möglichen Mitteln bei den eben beendigten Wahlen eineLandesvertretung zusammengebracht haben, welche die größten Verwicklungen herbei-führen kaun. Trotz alle dem ist es so leicht nicht, die Rechte der Katholiken in Holland wieder zu unterdrücken. Abgesehen von allem andern, was hier in Anschlag zu bringenist, muß man die große Anzahl der holländischen Katholiken bedenken, welche nach der