Ausgabe 
13 (26.6.1853) 26
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den Frieden, den ich für mich als nothwendig erachtete, konnte ich nicht erlangen,und ihn auch rechtlicherweise nicht Anderen geben, die seiner, gleich mir, bedurften;weit mehr noch, ich durste sie nicht einmal ermähnen, den Frieden zu suchen, solangesie Mitglieder der anglikanischen Kirche waren. Die heilige Quelle der Sündenver-gebung hat schon seit 300 Jahren aufgehört für Englands Volk zu fließen. Ja, seitder Reform sind die Generationen ohne Absoluiion dahingeschieden, und eS scheint inder Absicht der anglikanischen Kirche so lange sie bestehen wird zu liegen, diekünftigen GcnernU'onen in demselben traurigen Zustande, ohne Trost und Hoffnung,dahinscheiden zu lassen.

Ich hatte immer behauptet, daß Alle die, welche außerhalb der anglikanischenKirche lebten, schon einzig deßwegen der Gnade und der Gewißheit deS Heils, beidesSachen, die unzertrennlich mit der wahren Kirche Christi verbunden sind, verlustigseyen. Damals theilte ich die absurde* Vorstellung, daß die verschiedenen, getrennten,sich gegenseitig anathematisirenden Kirchen, die Stellen der einzig wahren Kirche Christivertreten könnten, und demnach bestrebte ich mich, den Dissidenten die Vereinigungmit der anglikanischen Kirche zu predigen. Aber hierbei zeigte sich bald eine Schwie-rigkeit. Die römische Kirche, als Mittelpunkt aller Einheit, behauptet für sich diegeistliche Gerichtsbarkeit über alle getauften Christen. Die anglikanische Kirche bestreitetihr dieses Recht über alle Christen Englands zu haben, indem sie sagt, sie vertretebei ihnen die katholische Kirche ; abgesehen davon, daß sie selbst von der ganzen übrigenChristenheit getrennt ist. Indem ich mich bemühte, diese Meinung zu vertheidigen,kam ich dahin, die Rechte der katholischen Kirche anzuerkennen, denn ich fanv, wennich die Einwendungen, wodurch die anglikanische Kirche ihren Abfall von derrömischen rechtfertig,, billigte, ich auch die Einrqendungen, welche die Dissidenten deranglikanischen Kirche gegenüber, in Bezug ihres AbfaUcs machen, anerkennen müßte.Der Dissident vertheidigt seinen Abfall von der englischen Kirche durch ganz ähnlicheBeweisgründe, wie die englische Kirche ihren Abfall von der katholischen vertheidigt.Ich überzeugte mich bald, daß das Leben der Kirche eben so wesentlich von der Ver-bindung mit Rom abhängt, wie das Leben eines Zweiges von der Verbindung mitdem Banine. Wie konnte ich nun ehrlicher und ausn'chtiger Weise in meiner Stellungverbleiben, wie so wie ich eS that die Einheit predigen, während das Prinzipder endlichen Kirche die Trennung und Zersplitterung ist?

genier hatte ich geglaubt, daß die englische Kirche die Wiedergeburt durch dieTauf unv die wirkliche Anwesenheit unseres Heilandes in dem heiligen Sacramenteals ihre unumstößliche Wahrheit festhalte, aber bald überzeugte ich mich auch hierin,daß diese Lehren eben so oft von den Priestern gelehrt als verworfen werden, ja,daß die Bischöfe selbst so wenig im Einklang darüber sind, besonders über die Lehrevon der heiligen Taufe, daß wenn dieselbe öffentlich angegriffen und verworfen wird,es ihnen nicht möglich ist, sie einig zu vertheidigen. Wie konnte ich nun da bleiben,wo meiner Lehre jegliche Autorität fehlte, oder wo wenigstens diese Autorität immergleicherweise angerufen wurde, bald um die wirklichen Lehren der römischen Kirche zubejahen, bald um sie zu ve-neinen. Wie konnte ich nun unter Euch verbleiben, ohnemeinem Gott, meinem Gewissen und Euch selbst untreu D werden? Die Ursache also,weßwegen ich Euch verlassen habe, ist die, daß ich mehr glaubte als ich lehren durfte,daß ich, um meine Lehre zu begründen, keine andere Autorität hatte, als die einfacherPrivatpersonen, und die meines eigenen Geistes. Indem ich bekannte, daß ich Ge-sandt.r Christi sey, konnte ich mich nur auf göttliche Autorität stützen, dieselbe fehltaber der anglikanischen Kirche , und deßwegen vermag sie auch nicht, sie ihren Priesternzu geben.

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