Ausgabe 
13 (27.11.1853) 48
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reise des Patriarchen stand die französische Brigg .Mrcure« zu dessen Verfügungwohl ein Beweis, daß die Zeiten vorüber sind, wo der Repräsentant einer großenNation, dem man die Sache des heil. Grabes empfahl, die Stirne hatte zu sagen:c>u'il ns voulsit, pas aZiter I«z monclo riour cjuelcjues pierros et pour un osbinet<1v äeux toisss cle lonZsur."

Fürst Hohenlohe und Kaiser Alexander .

Im September deS Jahres 1822, erzählt der Fürst selbst in seinen Erlebnissen,kam ich von Preßburg nach Wien, wo ich im Hause deS Fürsten Schwarzenberg meine Wohnung bezog, die' der Fürst die Gnade hatte, mir anzutragen. Viel wardes Redens von mir und über mich, wie es in der Welt nicht anders gehen kann.Meinerseits vermied ich alles Aussehen Erregende, hielt mich ruhig und überließ denAuSgang Gott . Im September deS JahreS 1822 kamen Se. Majestät, KaiserAlexander von Rußland, nach Wien . Dieser Monarch, der gegen die fürstlich Schwar-zenbcrgischc Familie wahrhaft freundschaftliche Gesinnungen hegte, äußerte den Wunschgegen den Fürsten Joseph Schwarzenbcrg, meine Bekanntschaft zu machen.

Es war am 21 September AbtndS um halb 8 Uhr, vaß die Stunde mirbestimntt wurde, in der k. k. Burg mich cinzufiuden, wo Se. Majestät mir die Audienzgeben würden. Dieser Tag war und wird mir einer der merkwürdigsten meinesLcbenö bl-ibcn. Ich redete ihn in französischer Sprache an und sagte:Eure Maje-stät! Die göttliche Vorsehung hat Allerhöchstvieselben auf eine der höchsten Smfenirdischer Höhe gesetzt, darum wird auch Gott viel von Emr Majestät fordern; denngreß ist der Regem en Verantwortung vor Gott . Er erwählte Eure Majestät zumWerkzeuge, den Völkern Europas Ruhe und Frieden zu geben. Nicht minder ent-sprachen Eure Majestät seiner Absicht, den Triumph des KreuzeS zu erhöhen unddurch Ihr kräftiges Wollen der gesunkenen Religion wieder aufzuhelfen! Ich rechneden hentigcn Tag unter die glücklichsten meines Lebens, wo mir das Glück zu Theilwarb, Alterhöchstdenselben meine liefe Ehrfurcht zu bezeugen. Gott wolle Sie durchseine Guade stärken nns durch seinen heiligen Engel beschützen. Dieß wird von nunan mein demülhigcs Gebet vor Gott seyn."

Hierauf solgle eine Pause, während welcher der Monarch mich anhaltendanblickte, woinach er auf seiuen Knieen um meinen priesterlichen Segen bat. Wiemir da zu Muihe war, dieß kann ich nicht durch Worte ausdrücken; bloß diesesEinzige kouule ich aus der Fülle meines gläubigen Gemüthes sagen:Ich dulde es,daß ciu so großer Monarch also sich verdcmüthiget; denn nicht mir erzeuge» CureMajestät diese Ehrfurcht, sondern Demjenigen, dem ich diene, und der Sie, gnädig-ster Kaiftr, so wie uus Alle mir seinem kostbaren Blute erlöset hat! So segne Siedenn der dreicimge Gott mit dem Thau seiner himmlischen Gnade; Er sey Ihr Schildgegen alle Ihre Feinde; Er Ihre Stärke in jedem Kampfe! Seine Liebe möge auS-gcgossen seyn in Ihr Herz, so wie der Friede unseres Herrn Jesu Christi allezeit beiIhnen verbleibe!"

Mehr konnte ich nicht hervorbringen, da die Thränen mir gewallig aus denAugen quellten. Sodann drücklen Seine Majestät mich an Ihr Herz; wornach auchim Uebermaß der Rührung ich Ihn an mein hochliopsendeS Herz drückte. ES wardann die Rede vou verschiedenen Ereignissen, die ich der Feder nicht anvertrauen kann,weil des Monarchen Mittheilung mir heiliges Stillschweigen auferlegt. Ich verweiltebei Seiner Majestät bis dreiviertel auf 10 Uhr. Wie blutete mir das Herz, alsnach zwei Jahrcu sein Tod erfolgte! Nein kein Tag vergeht, an dem ich Seiner nichtim Gebet vor dem Allerhöchsten gedenke!"

Wir sehen hier einen mächtigen Monarchen um den Segen eines Priestersbitten; und in der That, eS ist etwas Großes um ein SegenSworr, wenn eS auSdem Munde cineö Laie», und etwaö noch Größeres und Kräftigeres, wenn eS vonden Lippe » eines gottgeweihten Priesters aus irgend ein Herz herabsinkt. Warum