Ausgabe 
20 (20.5.1860) 21
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162
 
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bischof von Vercelli , undam4. Oct. veröffentlichte Buoneompagni sein Gesetz überden öffentlichen Unterricht, welches später die Bischöfe und der Papst verdamm-ten. Am 23. Oct. protestirt der Bischof von Tortvna gegen Buoncampagni, dersich anmaßte, die geistlichen Directoren in den Collegien zu ernennen. Am 11.November wurden zu Turin scandalöse Komödien aufgeführt, undil Pirata",das Theaterjournal, beklagte sich, daß die Regierung erlaube, einen Katheder derProstitution auszurichten. Am 20. Nov. werden die Geistlichen, welche einStraßenauflauf aus Genua vertrieben, gewarnt, nicht mehr zurückzukehren, weilsienicht die Sympathien der Regierung besäßen." Am 8. Decbr. verbietet derPräsident des Universitätsrathes zu Turin durch ein Circulare, die theologischenThesen, welche zu öffentlichen Disputationen bestimmt sind, den Bischöfen zurRevision einzureichen. Am 25. Dec. befiehlt Ratazzi den Bischöfen, sich denAnsichten der Regierung zu conformiren, wenn sie eine politische Materie behan-deln. Im Jahre 1849. Die ersten Monate zog der Krieg alle Aufmerksam-keit auf sich, die Kirche konnte aufathmen. Allein kaum war der Friede mitOesterreich geschlossen, begannen wieder die Feindseligkeiten gegen den Katholi-cismus. Im Juli 1849 protestirten 22 Pfarrer von Genua wider den gott-losen Mißbrauch der Preßfreiheit; am 22. August stürmische Kammersitzung widerden Erzbischof von Turin und den Bischof vonAsti; am 26. Sept. eine insolenteZuschrift des Ministeriums an den heil. Stuhl mit der Drohung, den Ehedis-pensen im ersten Grade der Affinität das Exequatur zu verweigern. Am 2. Jänner1850 Sequestrirung der erzbischöflichen Mensa von Cagliari, weil der Erzbischofeiner Zehent-Aufhebungs-Commission sich nicht fügen wollte. Im Februar citirtMinister Siccardi den ehrwürdigen Bischof von Saluzzo , um sich wegen einesFastenpatentes zu verantworten. Am 25. Februar wurde das famose GesetzSiccardi gegen die geistlichen Immunitäten vor die Kammer gebracht und am9. April angenommen; am nämlichen Tag verließ der päpstliche Nuntius Turin .Im Mai wurde der Erzbischof von Turin eingekerkert, und einen Monat langin der Citadelle gefangen gehalten. In demselben Monat Einkerkerung undPerurtheilung des Erzbischvfes v. Sassari . Im Juli zweite Einkerkerung desErzbischofes von Turin und fruchtlose Haussuchung bei den Oblaten tiolla (^!on-soliita. Am 26. August billigt Graf Cavour imNisorgimento" die außerordent-lichen Maßregeln gegen den Erzbischof Fransvni von Turin . Im SeptemberPerurtheilung, Beraubung und Verbannung des Erzbischofes. Das nämlicheLoos trifft den Erzbischof von Sassari . Durch eineaußerordentliche" Verfügungwerden auch die Servilen aus Turin vertrieben. Der Fastenprediger von Mon-dovi wird verhaftet, nach 2 Monaten Gefängniß als unschuldig entlassen. Einanderer Prediger in Cuneo verhaftet, unschuldig erklärt nach 45tägigem Gefäng-niß. Der berühmte Canonicus Audisio wird aus der kgl. Akademie von Sopergaausgeschlossen. Am 1. November beklagt sich Pius IX. in einer Allocution überAlles, was im Königreich Sardinien gegen die Kirche geschehen ist. Im näm-lichen Monat will das Ministerium auf dem Wege der Berufung wegen Miß-brauch gegen den Bischof von Acqui einschreiten, doch widersetzt sich dem derMagistrat von Casale. Im Jahre 1851 am 15. Jänner sagte der AbgeordneteBrofferio in der Kammer:Da wir die Oesterreicher nicht überwinden konnten,wollen wir wenigstens die Gesellschft des heil. Paulus unterdrücken." Am 6.März erklärt der Minister des Innern dem Senate, daß zwischen dem heil.Stuhle und der Regierung keine Spaltung bestehe, wurde aber von:Giornaledi Roma" zurechtgewiesen. Am 17. März brachte der Abgeordnete Peyron einenGesetzentwurf wider die Klostergelübde in der Kammer ein. Am 18. wurde eineMitra und ein Kelch sequestrirt, welchen die Katholiken vou Genua ihrem Mit-bürger, dem Erzbischof von Turin gewidmet hatten. Am 13. Mai erließ derMinister des Unterrichts verschiedene unkirchliche Vorschriften an die Bischöfe