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Hierauf gab ich die Mission zu Carrolton und in drei angränzeuden Gemeiden,und zuletzt noch in der Stadt Jndiana, gleichfalls auf den Höhen der Olle-ghanys gelegen. Es war mir ein wahrer Trost, auf'diesen höchsten Höhen deröstlichen Berge der Vereinigten Staaten das siegreiche Banner des hl. Kreuzeszu erheben. Alle diese Pfarren werden jetzt von den UU. Benedietinern vonSt. Vincenz versorgt. Ich begab mich hierauf nach Fort-Wahs, wo sich diedeutschen Katholiken eine ungemein stattliche Kirche im gothischen Styl erbauten.Bischof Luers, mein alter Freund aus Cincinnati , wo er früher Pfarrer war,beehrte die ganze Mission mit seiner Gegenwart. Hier ereignete sich auch einmerkwürdiger Versöhnungsfall. Es lebt daselbst ein Vater, der einen solchenHaß gegen seinen bereits verheirateten vierzigjährigen Sohn faßte, daß er den-selben im Friedhof selbst bei einem Leichenbegängnis; erschießen wollte. Nachder Predigt von der Versöhnung kam der Sohn in die Sacristei, und bat michunter Thränen, ihn mit seinem Vater zu versöhnen. Ich ließ den alten Mannaus der Kirche rufen. Sowie er in die Sacristei eintrat, fällt der Sohn ihmweinend zu Füßen. Da kniet der alte Vater sich auch vor ihm nieder. Beideweinten und unarmten sich vor mir auf den Knien. Es geschah bei derselbenPredigt, daß Einer, der in tödtlicher Feindschaft mit einem anderen Mannelebte, sich bei der Predigt dachte: Ach Gott , was fange ich an; wenn ich zudem Manne gehe, so schießt er mich doch nieder. Wie er so nachdenkt, da klopftihm Jemand auf die Schulter. Er sieht sich um: das war eben der Feind, derihm während der Predigt die Hand zur Versöhnung reichte.
Nun eilte ich nach Cincinnati , um allda die Festpredigt in der neu con-secrirten St. Franziskus-Kirche zu halten, wovon bereits ein Bericht, so viel ichweiß, an Ihre geehrten Blätter abgegangen. Ich erneuerte hieraus noch dieMission in der Kirche des heil. Augustin und beging dabei zugleich den Schlußdes Jahres.
Ich hatte Ursache, der göttlichen Vorsehung besonders für deren huldreichenSchutz in den Missionen von Texas zu danken. Ich dankte aber dabei fürnichts so sehr, als daß es mir gelang, für Texas den Orden der Benediktinervon St. Vincenz zu gewinnen. Gott gebe diesem hochverdienten Orden einrecht gesegnetes Feld allda, und besonders den deutschen Gemeinden durch den-selben eine bleibende Stütze
Es lebe Jesus!
Glauvenseifer eines Kindes.
Als sich Leonidas, Vater des berühmten Kirchenvaters Origenes , wegendes christlichen Glaubens im Kerker befand, überschickte ihm dieser zärtliche, nochnicht 14 Jahre alte Sohn folgenden Brief: „Ach Vater! ich bitte dich knieend,verleugne nicht unsertwegen Christum . Ich werde statt deiner meine Mutterund meine sechs Brüder ernähren, ich werde von Haus zu Haus betteln, damitsie leben tonnen, wenn du für den Glauben stirbst."
Redaction und Verlag: Dr. M. Huttler.— Druck von I. M. Rleinlc.