Ausgabe 
(31.12.1897) 74
 
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Nerv jeder wahren Kultur".Der Himmel". Es ist dieseine ebenso ernste als zeitgemäße Schrift, welchejeneersten und fundamentalen Wahrheiten, auf denen icdesgeordnete Menschenleben, speciell jedes wahrhaft christ-liche Leben sich bewegen muß, in einer Weise vorlegenund erhärten will, wie es dem Grade unseres Wissensund daher der Kiüturstufe unserer Zeit entspricht". Undder Verfasser hat sein Ziel erreicht, seine Aufgabe inglänzender Weise gelöst. Er behandelt seine Fragen mitErnst und Verständniß. Sein Buch ist die gereifte Fruchtlangjähriger Geistesarbeit. Mit den Wegen des modernenDenkens und FühlenS ist er gründlich vertraut und ver-steht es meisterhaft, auch tiefere theologische Wahrheitenim edelsten Sinne populär zu machen. Äie Lectüre seinesBuches ist mir ein wahrer Genuß gewesen; es ist einewirklich gute apologetische Leistung. Auch die Darstellungist künstlerisch schön: die Sprache ist so gutes Deutsch,wie man es leider nur selten liest. Möchte diese splendidausgestattete Schrift, insbesondere seitens der tonangeben-den Kreise, für welche sie . verfaßt ist, die verdiente Be-achtung finden. _

Anno dazumal" betitelt sich ein im Verlage vonMax Eichinger in Ansbach erschienenes Buch, il-lustrirt, voll von köstlichen, bayeriichen, heiteren Soldaten-geschichten aus vergangener Zeit. Der Verfasser dieserdem Leben entnommenen und mit packender Natürlich-keit erzählten Episoden ist kein Unbekannter mehr auf demGebiete der humoristischen Schriftsteller«. Es ist HerrHeinrich von Selbitz, ein kgl. bayer. Offizier a. D.,welcher mit seinem ersten WerkeUnter dem Raupen-helm" schon einen durchschlagenden Erfolg erzielt hat.Alle Freunde volksthümlichen Humors werden an demBucheAnno dazumal" großen Gefallen finden, und be-sonders für jeden, derdes Königs Rock getragen undtreu gedient hat seine Zeit", wird das Werkchen heitereStunden, der Erinnerung bieten. Der Preis des Buches,hübsch gebunden, ist M. 2,50. Zu beziehen ist dasselbedurch alle Buchhandlungen, sowie gegen Einsendung desBetrages in Briefmarken direkt von der Verlagsbuch-handlung. _

Liuzer theoll-praktische Quartalschrift. Jahr-gang 1898. Expedition: Linz , Stifterstraße Nr. 7.Preis vr. Jahr 7 M.

Das 1. Heft des Jahrgangs 1898 enthält u. And.:Katholische Universitäten. Von ?. Albert M. W eißv. vr.,Univei-sitäts-Professor in Freiburg (Schweiz). Zur Er-klärung des Hexaeineron. Von v Thomas Lempl, 8.1.,Spiritual im Priesterseminar in Klagenfurt . Plan derlaurctanischen Litanei. Von vr. Otto Birnb ach. Pfarrerin Wartha (Schlesien ). Die Bergpredigt nach Matthäus(Eap. 5. 6, 7). Von Pfarrer A. Riester er in Müllen(Baden). Die vriesterlichen Gewänder. Vonv. BedaKleinschmidt v. 8. v. in Wiedenbrück (Westfalen ).Das Velocipedfahren der Geistlichen. Von Ludwig Heu-mann. Expositus in Feucht (bei Nürnberg ). Ernstesund Heiteres für die Dilettanten-Bühne. Von JohannLa ngthaler. reg. Chorherr und Stiftshofmeister in St.Florian ( Oberösterreich). Pastoral-Fragen und -Fälle:Darf ein katholischer Beamter akatholische Kindererziehungbefehlen? Was ist zu thun im Zweifel, ob man eineschuldige Restitution geleistet oder nicht? Eine Schenkungvom Erbrechte angefochten. Kraniotomie oder Kaiser-schnitt. Dispens und Commutation gewisser Gelübde usw. Literatur. Erlässe und Bestimmungen der römischenCongregatiouen. Neueste Bewilligungen oder Entscheid-ungen in Sachen der Ablässe. Kirchliche Zeitläufe.Bericht über die Erfolge der katholischen Missionen. VonJoh, G. Hu der, Stadtpfarrer in Schwauenstadt.Christliche Charitas auf socialem Gebiete. Von Pros. vr.Joh. Gföllner in Urfahr-Linz . Kurze Fragen undMittheilungen. _

Stimmen aus Maria-Laach. Katholische Blätter.Jahrgang 1893. Zehn Hefte M. 10.80 (oder zweiBände L M. 5.40). Freiburg i. Br.. Herder'scheVerlagshandlung. Durch die Post und denBuchhandel.

Inhalt des 1. Heftes: Nach fünfundzwanzigJ ahren. Das Coalitiousrecht der Arbeiter. (H. Pe sch

8. fl.) Sind die Katholiken unfähig zum höhern Staats»dienst? (A. Lchmkuhl 8.0.) Der Eid in Geschichte undPoesie. (A. Baumgartner 8. 7.) Lamennais' Höhe undSturz. (O. Pfülf 8. .1.) Die Neuorganisation im Fran-ziskanerorden. (I. Blötzer 8. 7.) Edgar Tinels neuesMusikdramaGodoleva". (Th. Schund 8. .7.) Re-censionen. Empfehlenswerthe Schriften.Miscellen: Die englische Hochkirche und die Heiligen-bilder. Zur neuesten Auflage von Bädekers Palästina.Ein Opfer des Unglaubens und der Halbbildung unsererZeit. _

Charitas. Zeitschrift für die Werke ver Nächstenliebeim katholischen Deutschland . Verlag von Herder.Freiburg i. Br. Erscheint, 16 Seiten stark, je am1. des Monats. Äbonnementspreis jährlich 3 M.

Inhalt von Nr. 12 des v. Jahrgangs: Lunnauitätund christliche Nächstenliebe, v. Die Wohlthätigkeits-anstalten und -Vereine der Diöcese Würzburg. Diedeutsche St. Elisabeth-Mission zu Paris . Die Gründungdes Charitasverbandes für das katholische Deutschland .Satzung des Charitasverbandes für d. kath. Deutschland .Neue Mitglieder des Charitasverbandes. Vom Cbaritas-tage zu Köln a. Rh. Kleinere Mittheilungen. (Vergeßtnicht des armen Landvolks. Zur Frage der geistigenBlumenspenden für Verstorbene. Zur Frage der Kapital-beschaffung für charitative Zwecke auf dem Wege der Asso-ciation.) Fragekasten, Zusendungen an die Redaktion.

Aufruf zur Ueberwindung der religiösenTrennung. Von einem evangelischen Geistlichen.Mainz . Verlag von Franz Kirchheim, 1897. (45 S.)Preis geh. 50 Pf.

Mit wahrer Freude begrüßen wir diesen Aufruf.Es ist die erste freundliche Antwort eines evangelischenGeistlichen deutscher Zunge auf die Einladung desFriedenspapstes Leo XIII. an die Fürsten und Völkerzur Einigung der ganzen Christenheit. Von den siebenPunkten, welche der Verfasser behandelt, sind die vierersten die wichtigsten:I. Die Augsburgische Confessionist nicht Grund und Halt der Trennung; durch sie solltedie Trennung als dem Wesen der Kirche widersprechendabgewendet werden. II. Die heilige Schrift ist die Ur-kunde der Offenbarung. Die Tradition ist die lebendigeEntwickelung der Kirche durch den in ihr fortwirkendenheiligen Geist in Uebereinstimmung mit der heil. Schrift,m. Der in der Liebe thätige Glaube macht uns Gott angenehm. Wir werden vor Gott gerecht allein durchden Glauben, aber ohne die Werke ist der Glaube todt.Die Werke sind nothwendig zur Seligkeit, aber aus demGlauben allein fließt ihnen die rechtfertigende Kraft zu.IV. Die Messe ist der Gipfel des Gottesdienstes, worinwir unsere Erlösung feiern und ihre fortdauernde Fruchtuns aneignen." Die folgenden Punkte handeln vom Papst,von den Ketzerstrafen und von der Kirchensprache. Miteinem so gesinnten Manne, wie der Verfasser dieserSchrift, wäre eine Aussöhnung wohl unschwer zu finden.

Drei offene Wunden des heutigen Protestan-tismus . Bekenntnißfrage. Bibelfrage. SocialeFrage. Von U. Lütke. gr. 8°. V und 132 S.Berlin, Germania . 1897. Preis 1Z0 M.

Die Schrift bildet den vierten und abschließendenTheil des 3. Bandes vonEhrist oder Antichrist, Witten-berg und Rom ", und schließt sich eng an den unmittelbarvorhergehenden an, der eine Schilderung desProtestan-tismus der Gegenwart" aus der Feder des bekanntenForschers und Pfarrers in Christiania vr. Krogh-Ton-ning bringt. Der Verfasser ist den Vorgängen, welchesich in den letzten fünf Jahren innerhalb des deutschenProrestantisnms abgespielt haben, mit Aufmerksamkeitgefolgt. So zeigt er sich in allweg seiner Aufgabe ge-wachsen, denselbenmöglichst unparteiisch mit den Wortenprotestantischer Gewährsmänner zur Darstellung zubringen". Uebrigens darf die Schrift auch jedem ge-bildeten Protestanten in die Hand gegeben werden. Istes einem solchen ernst mit dem Forschen nach der vollenWahrheit, dann läßt sich hoffen, daß sie dazu beitragenwird, ihn die Unhaltbarkeit des protestantischen Glaubens-princips erkennen zu lassen. Die gut besorgte Sprachesucht ihre Leser in den weitesten Kreisen der Gebildeten.

Perantw. Redacteur: Ad.HaaZ in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .