Ausgabe 
(31.12.1897) 74
 
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lichen Kosten und in unglaublicher Anzahl von den polit-ischen und religiösen Gegnern der katholischen Kirche ver-breitet. Der Pessimismus in unserm Lager bezüglich desWerthes solcher Mittel soll sich doch durch die Taktik desFeindes belehren und bekehren lassen. Unsere katholischeLiteratur darf sich getrost mit ihren derartigen Erzeug-nissen sehen lassen, und es wäre sehr zu wünschen, die-selben würden noch mehr benutzt.Wir müssen unsernLaien auch zur Vertheidigung des Glaubens Waffen indie Hände geben", sagt ein bekannter und geachteter Kämpein der Pasfauer Monatsschrift S. 894. Solche kleineSchriftchen als Erkenntlichkeit für einen erwiesenen kleinenDienst aus der Hand eines Geistlichen oder Laien stiftensicherlich mehr Nutzen als etlicheHavanna" oder einTrink"geld. Sie finden schon Leser und werden auchbeherzigt praovenionto et aäzuvsnts gratia, nur keineSorge!

Duerrwaechter, vr. A. Die Vesta Oarvli nmKni derRegensburger Schottenlegende. Zum ersten Malediert und kritisch untersucht von vr. A. Duerr-w «echter. Bonn, 1897. P. Hanstcins Verlag.

Unter den Specialtitcln: 1) Handschriftliches. 2) Inhaltder Schottenlegende. 3) Die Schottenlegende eine Compi-lation. 4) Entstehungszeit der Eompilation. 5) Die Per-sönlichkeit des Compilators. 6) Die Costa Oaroll maKni.7) Fortleben der Karls- und Schottenlegende. I. Textder Costa Oaroli MNANI. II. Das Excerpt der Schotten-legende rc. des Konrad von Megeuberg weist der HerrVerfasser darauf hin, daß es sich hier um ein für die Ge-schichte der Historiographie interessantes Werk handle,dessen Entstehung früheren Datums sein müsse, als manehedem annehmen zu sollen glaubte. Er verlegt dieselbein die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts. Von beson-deren! Interesse ist die Kritik der in den verschiedenenBibliotheken aufbewahrten diesbezüglichen Manuskripte.Eichstätt. Pros-Romstöck.

Wanderungen in Tirol von Ludw. v.Hörmann.Innsbruck, Wagner, 1897. 8° X, 316 S. M. 4.

X Diese Wanderungen bilden den II. Theil der 1895erschienenenWanderungen in Tirol und Vorarlberg".Sie beginnen beim Hofermounment auf dein Berge Jsel;dann geht's zum Tummelplatz bei Ambras, in's vordereOetzthal, nach Landeck, über den Arlberg, nach Hall, zumGnadenwald, auf die Brettfall, nach Maria-Stein, mitder Giselabahn, in's Hintere Stubai, Obernberger Thal,über den Brenner, nach St. Leonhard bei Brixcn, SchloßRunkelstein, auf den Ritten, zur Gleifkapelle, über dieMendel, nach Grätsch bei Meran, Lambrechtsburg, zuden Dolomiten, nach Enneberg, in's Pragserthal, nachAmpezzo und Madonna di Campiglio. Der Verfasser istbekannt durch seine Studien über tirolischcs Volksthumund Naturleben. Man begleitet den kundigen Führer undunterhaltlichen Erzähler gerne auf seinen Fahrten; erbietet kein trockenes Reisehandbuch, sondern genußreicheSchilderungen.

Braig C.. Vom Erkennen: Abriß der Noötik. 8°. VVI-j- 354 Seiten. Frciburg i. Br., Herder, 1897.Preis 3 M. 40 Pfg.

-> Erkenntnißtheoretische Fragen stehen heute imVordergründe philosophischen Interesses; auf diesem Ge-biete spielt sich der erbittertste Kampf divergirender An-sichten ab. von denen die radikalste die Möglichkeit desErckennens überhaupt preisgibt. Mit Recht hielt es derVerfasser für angezeigt, der Noötik eine eingehendere Dar-stellung zu widmen, als es für einLehrbuch der Grund-züge der Philosophie" sonst üblich ist. Braig steht aufdem sicheren Boden christlicher Philosophie und weist dieLehren derer, welche die Möglichkeit der Erkenntniß durchirgendwelche schiefe Auffassungen in Frage stellen, odersie übertreiben, durch klare und geschickte Beweisführungab. Das werthvolle Buch gibt ein recht anschaulichesBild der erkenntnißtheoretischcn Richtungen, die im Laufeder Geschichte aufgetreten find.

Gictmann Gcrh. (8. 4.), Grundriß der Stilistik, Poetikund Aesthetik. 8°. IV -ch 388 SS. Freiburg i. Br..Herder 1897. Preis 4 Mark.

-- Der feinsinnige Herausgeber derClassischen Dichterund Dichtungen (Job, Dante , Parzival. Faust)" erfreut

uns hiemit durch ein Werk, das im eigentlichen Sinne einSchul- und Lernbnch ist, oder doch zu werden verdient.Leider verabsäumt es unser heutiges Gymnasium, wotäglich mehr über Ueberbürdnng geklagt und täglichweniger geleistet wird, die Schüler mit Poetik und Aesthetikintensiver bekannt zu machen, als es etwa die oberfläch-liche Kenntniß nur der deutschen Literatur und die zeit-weilige nothdürstige Fabrikation eines sogenannten deut-schen Aufsatzes erfordern. Das sollte anders werden, unddazu wüßten wir kein besseres Hilfsmittel zu nennen, alsvorliegendes Buch, das dem Schüler durchaus gesundeAnsichten beibringt und ihn die Erzeugnisse der redendeuund bildenden Künste im rechten Lichte, frei von jederunvernünftigen Schwärmerei, betrachten lehrt.

Studien und Mittheilungen aus dem Bene-diktiner - und dem Ei stcrcienser-Ordcn."Verlag des Stiftes Raigern (bei Brünn, Oesterreich). Preis per Jahrgang (4 Hefte ca. 48 Bogen) 8 M. 4 Gulden.

Das III. Heft 1897 enthält u. a.: Veith, Jldefons(0. 8. v. Seckau ): Die Martyrologien der Griechen. (V.Schluß.) Willems, D. Gabriel (0. 8. v. Afflighem ):8obolao Loneäietinas slvs: vo seievtiis, opora Llona-obornm Orckinis 8. Lsnockioti auotis, oxoultis, propaxatisot oonsorvatis; Vibri guatuor a O. Ockouo Cambior,monaobo ^küiKsnionsis Nonasterii Orclinis ojnsckom 8.Lsnsckioti. (VI.) Wagner Phil., vr. (Berlin ): Gillonle Mnisi, Abt von St. Martin in Tournai . (IV. Schluß.)

Plaine Beda (0. 8. L. Silos): vo initüs bomilibusmirabilibusguo psr soeula inoromontis Cultus L. NariaoVirpavis. visguisitio üistoriao-IiturKxloa. (III.) Leistle,vr. David (Dillingen): Wissenschaftliche und künstlerischeStrebsamkcit im St. Magnusstifte zu Füssen . (IX.)Wittmann, vr. Pins (München): Johannes Nibling ,Prior in Ebrach (0. Cist.), und seine Werke. (IV.)Lolzer, vr. Odilo (0. 8. v. Melk ): Aus einem MelkerFormelbuche. Hakusa, v. Tescelin (O. Cist . Heiligen-krenz): Unbekannte Gedichte des I'. Joachim Hoedl 8. 4.auf Abt Marian II. und die Abtei Heiligenkreuz . (I.)

Grillnberger, vr. Otto (Orck. Ölst. Wilhering ):Kleinere Quellen und Forschungen zur Geschichte desEist. -Ordens. (XII.) Böklenrücher I. (Saruen,Schweiz ): h Leo Fischer, O. 8. L. Eine Blume aus demKlostcrgarten. (II. Schluß.) Winter«, Lanrenz (v.8. v. Braunau): Michael Willmann , ein Cistercienser-maler des XVII. Jahrhunderts. Cahannes, Johann(Brigels, Graubünden): Das Kloster Tiseutis vom Aus-gang des Mittelalters bis zum Tode des Abtes Christianvon Castelberg. (I.) Neueste Benediktiner - undCistercienser-Literatur. Literar . Referate.

LitcrarischeNotizcn. OrdcnsgeschichtlicheRundschau: Kaiser Wilhelm II. in Märia-Laach ; Erz-stift Martinsbcrg; Cardinal Primas Daszary; St. Paulnn Lavantthale, Medaille auf v. I'. hochw. Herrn Abtund Prälat von St. Paul: Tod desselben: Benediktiner -Stift Melk, Ein Jubilar; Muri-Gries , Grundsteinlegungder Herz-Jesu-Kirche: St. Bonifaz. München ; Ein seltenesDoppel-Jubiläum; Benediktiner -Stift Metten, Abt Braun-müller, Prior Kornmüller: Benediktiner-Stift Einsiedeln :Montc-Cassino, v Abt Tosti u. s. w.

Natur und Gnade im Leben und Sterben. Zur Be-leuchtung unserer verworrenen Lage und einzigenRettung. Von v. Herm. Jof. Graf Fugger-Glött,Priester der Gesellschaft Jesu . Mit kirchlicherApprobation. Mainz , Verlag von Franz Kirchheim.1897. (XVI und 278 S.) Preis geheftet 4 M. Inelegantem Halbleinenband 5 M.

Der verdienstvolle Verfasser hat bereits in zwei Bünd-chen (Kreuzfahrerblätter) aus gedrängter Darlegung deslebendigen Zusammenhanges unseres Denkens mit derobjectiven Wirklichkeit den absolut nothwendigen Schlußauf den persönlichen Gott, den Schöpfer, Erhalter, Ne-gierer und Richter der Welt, gezogen und dann die ,,un-antastbare Thatsache der Menschwerdung des ewigenSohnes" dargethan eine kurze, aber eminent praktischePhilosophie und Theologie. Der Inhalt des abschließen-den dritten Bündchens ist in dem Titel genügend ange-deutet. Es werden darin folgende Punkte behandelt.:Glauben, Hoffen, Lieben",Die Familie".ChristlichesLeben und christliche Vollkommenheit".Das Gebet der