ruhig sterben! Oh! wie freue ich mich!Aber was sagtest Du denn soeben, ichsollte sie heirathen? Ich jetzt noch hei-rathen! haha, das klingt fast so lustig,wie in einem Roman," und der alteMann lachte herzlich über diesen merk-würdigen Einfall.
„Nun, ja! es wurde mir doch ge-sagt: Cecilie sprach mit voller Gewiß-heit darüber, und ich glaubte ihrenWorten. Ich sprach sogar mit Melittadarüber, was muß sie da wohl vonmir gedacht haben! ich will sofort zuihr gehen und ihr den Irrthum erklären."
„Ja, ja, mein Junge, gehe sogleichzu ihr. Halt, so warte doch, bitteTante Lydia zu mir zu kommen; ichmuß ihr doch sagen, wie glücklich Dumich gemacht hast. — Verlobe Dichgleich jetzt — so, nun geh' und vielGlück auf den Weg!"
Melitta fühlte sich seit den letztenTagen sehr unglücklich. Ihre Gedankenweilten stets bei dem Oberst, und ob-gleich sie die Hoffnungslosigkeit ihrerLiebe einsah, konnte sie die schönenZukunftsträume nicht verscheuchen, indie sie sich hineingelebt hatte.
„Wenn ich nur wüßte, ob er wirk-lich Cecilie heirathete," flüsterte sie beisich selbst, als sie ein Buch durchblät-terte, ohne ihre Gedanken zum Lesensammeln zu können. „Wenn ich esdoch nur wüßte!"
„Was ?" fragte eine bekannte Stimmeüber ihre Schulter hinweg, und erschrecktsah Melitta in die glückstrahlenden Augendes Mannes, den sie nicht aus ihremGedächtniß verscheuchen konnte. „Kannich Ihnen nicht sagen, was Sie so sehn-lichst zu wissen wünschen?"
„Ja, Sie könnten es wohl, wennich sie darnach fragen würde — aberdas thue ich nicht, versetzte sie mit be-bender Stimme.
„So thun Sie es doch; ich bittedarum." Er war bei diesen Wortennoch dichter an sie herangetreten, under merkte, daß ihre Lippen bedenklichzu zucken begannen.
„Ich kann es nicht sagen!"
„Möchten Sie gern wissen, ob iches bedauere, vor einigen Tagen so un-freundlich zu Ihnen gesprochen zu haben ?Wenn es nur das ist, so sage ich Ihnenoffen, daß es mir sehr leid thut, undich erbitte mir Ihre Verzeihung. —Wollen Sie mir vergeben? Melitta,ich liebe Sie so innig, und da hörteich, daß Sie meinen Onkel heirathenwollten, und dieser Gedanke brachtemich fast zur Verzweiflung. Nein, gehenSie nicht fort von mir — Sie^müssenmich weiter anhören," plötzlich um-