Ausgabe 
(1.9.1880) 18
 
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40) 1878 Joh. Nep. Jestrzschabek.

41) Heinr. Emanuel Schöbel, erwählt im Jahre 1879

Derselbe ist ein gebürtiger Böhme und Priester seit 1848.

Die unter diesem dermaligen Großmeister stehende kleine geistliche Armada begreiftin sich einen Generalvikar, mehrere Ordens-Comendatores und Consultores, dann einigeProfessoren, Pfarrer und Kapläne auf den Seelsorgestellen des Ordens in Prag, Wien ,Karlsbad, Ellbogen, Maria Kulm rc. Auch ein Bayer ist z. Z. Ordensmitglied, nämlichHr. Josef Wiedemann von Günz, geboren 1830, Priester seit 1856, z. Z. kais. Hof-kaplan in Ofen (Buda) in Ungarn . Der einst sehr beliebte theologische SchriftstellerNatter gehörte gleichfalls diesem in Oesterreich sehr geehrten Orden an. Soviel vondiesem Orden.

In Karlsbad gibt es aber namentlich in der Sommerzeit auch Protestanten,welche eine eigene, neue geräumige Kirche besitzen, erbaut 1856, vergrößert 1865; ebensohat die englische Hochkirche auf reizender Höhe i. I. 1861 einen Tempel erbaut.Die Jsraeliten besitzen in Karlsbad (in der Parkstraße) eine Synagoge, welche zu denschönsten in ganz Deutschland gehört: erbaut i. I. 1847. Seit dem Jahre 1866 sinddie oft sehr zahlreichen Russen auch im Besitze eines eigenen Bet-Lokales.

Wer also in die Kirche gehen will, der kann, wie man sieht, es auch in Karls-bad thun. In der katholischen Kirche daselbst wird an Sonn-und Festtagen die erste heil.Messe um 7 Uhr abgehalten, die zweite um ^9 Uhr, das Amt um 9 Uhr, die Predigtum 10 Uhr und die letzte hl. Messe um 11 Uhr. Die Nachmittags-Andacht findet um3 Uhr statt.

Die katholische Pfarrkirche ist der hl. Maria Magdalena gewidmet: wieschön und passend!

Am Fuße des Berges entspringen die Quellen, welche als Heilmittel zur Wieder-herstellung der leiblichen Gesundheit von gar Vielen gesucht und gebraucht werden; ober-halb steht die Kirche mit ihren Heilsqucllen, namentlich der Nettungs-Anstalt der Buße:möchten auch diese gebührend geschätzt und eifrig gebraucht werden.

Cur betr. Karlsbad gilt nach seinem Zwecke, seinen Mitteln und Einrichtungenals Heilbad. Es wird angenommen, daß die Karlsbader Quellen bewährte Hilfs- undHeilmittel sind gegen verschiedene Krankheiten und Gebrechen z. B. gegen Magen-,Darm- und Leberkrankheiten, gegen Gelbsucht, Zucker-Harnruhr, Nierenleiden,-Gicht u. dgl.

Wir benennen nun die, wie man sagt, dem Wesen nach gleichen und nur in derTemperatur verschiedenen Heil-Quellen von Karlsbad , welche nahe beieinander sichfinden und der beigesetzten Wärmegrade sich erfreuen:

Namen:

Wärmegrade :

Hochbergquelle

32,50

Reaumttr,

Kaiser Carl-Quelle

34,70

Elisabethquelle

35,50

Marktbrunnquelle

39,00

Kaiserbrunnquells

39,30

Mühllrunnquclle

44,50

§

Schloßbrunnquells

44,66

Felsenquelle

47,60

Theresiaquelle

48,30

Neubrunnquelle

49,30

Curhausquelle

52,20

St. Bernhardsquelle 52,70

Sprudelquelle

59,00

Hygiäaquelle

59,00

(Schluß folgt.)

Für die Redaktion verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLiterarischen Instituts von vo. M. Huttlcr.