Ausgabe 
(27.1.1814) 23
 
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Mayland, bet, iZ. Jan»

Obige Blätter enthalten folgende Nachricht: Alle Nachrichten, die lvkr au^dem Florentinischeu erhaten, stimmen dahin übercin, daß die Bewegungen derneapolitanischen Truppe» keifte Diversion zu unser» Gunsten andeuten. Die A»mee des Königs von Neapel verstärkt sich überdieß zu sehr, um nicht deutlich zu er»kennen, daß die Besorgnisse für Uiuentalien von Sizilien aus aufgehört haben.Auch laufen Gerüchte umher, daß die Verdündung mit General Nugeut bereits voll,zogen sey. Die Lage des Vicekönigs, dem in diesem unglücklichen Augenblicke viel,leicht nur die Prorogation der Souverainital fehlt, um einen großen Entschluß zu fastsei!, wird von Stunde zu Stunde bedenklicher. Indeß muß man gestehen, daß er sichmit Anstand, Würde und Kraft zu betragen weiß. Die Leide» seiner erlauchten, lie,benswürdige» Gemahlin in dieser schrecklichen Periode erregen den lebhaften Antheilaller Parteyen. Und doch sind alle Hoffnungen der ehemaligen Weltstürmer in die<sem Augenblick in Italien auf sie, wie in Frankreich auf die Kaiserin gerichttzk.Es ist, als habe der Himmel im Voraus den beyden schwer bedrohten Reichen dieObhut eines Schutzengels vorbereiten wollen, und als sollten zuletzt weiblicheHände den Schicksalsknoten auflösen, gegen den das Genie wie das Schwert die,fer weirberühmten Helden nichts vermochte.

Trieut, den 19. Jan.

Diesen Nachmittag ist der Prinz Pignacellt auf seiner Reise aus dem Neapo,Manischen nach Deutchland hier durch paffirt.

Basel , den 16.Jan.

Die Einleitungen, welche zu Friedensunterhandlungen gemacht worden sind,haben auf den Fortgang der Operationen nicht den geringsten Einfluß. Nach demunter den gegenwärtigen Verhältnissen sehr richtigen Grundsätze wird nur nach un,rerzeichneten Präliminarien die Waffenruhe eintreten. Mümpelgard scheint zu,nächst zum großen Hauptquartier bestimmt zu seyn. Der kaiserl. russische Ge<neraladjutant Jomini befindet sich seit einigen Tagen ebenfalls hier. Der Fürstvon Schwarzendcrg ist, nachdem er die junge Garde aus Laugres vertrieben, undihr iLKanonen abgenommen hatte, zuChaumonl (einer Stadt von 6000Einwoh,nern au der Marne in Champagne, 25 Meilen von Paris ) eingerückt. Er rücktauf Troyes vor, Gen.Wrede auf Joinville , Gen. Wittgenstein auf Vezelize, undMarschall Blücher mit Zurücklaffnng eines KorpS vor Metz, in der Richtung vonChalons für Marne. Viele Pariser flüchten ihre Effekten nach Rouen . In Lha,lous für Saone sind Gesandte beysammen, welche aber nur über den Kongreßortdeliberiren. Freyburg , den 15. Jan.

Man lebt jetzt mehr als jemals in der angenehmen Hoffnung, daß der Friedesehr nahe sey. Die hiesige Buchdruckerey ist dieser Tage beynahe bestürmt wor,den; allein es wurde noch nichts ausgegeben, und die Sache wird noch geheim be,handelt. Wenn es wahr ist, was man versichert, so wird eiu Kongreß unverzüg,lich zusammen kommen, und binnen wenigen Wochen der Friede zu Stande ge,bracht werden. Lord Castiereagh wird jeden Augenblick hier erwartet; man versi,chert, er habe die ausgedehntesten Vollmachten vorn englischen Kabinet, umFrie,den zu schließen, ohne nöthig zu haben, zuvor Berichte und Zustimmung von Leu,don einzuholen. Es scheint indessen, daß der beschleunigte Marsch der ganze«großen Armee auf feindlichen Boden nur den Zweck habe, den Frieden schnellerherbey zu führen, und daß auch Frankreich endlich einmal empfinden soll, wiedrückend es ist, so viele 2 und q-beinigte Gäste umsonst erhalten zu müssen. Auchdie russische Reserveartillerie, die auf dem Schwarzwalde lag, hat plötzlich Be-fehl erhalten, nach Frankreich aufzubrechen, und ist bereits nach Basel abgegangen»

London , den 2Z. Dez.

Bey Gelegenheit -es nächsten Geburtstages der Prinzessin Charlotte von Eng«