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trauensstellunq eines Kabine'sckefs 18^3 definitiv aus demKabinet auszuscheiden. Er wurde nach einem längeren UrlaubMinisterialrath im Kultusministerium und Staatsrath im or-dentlichen Dienst. Seine Berufung als Präsident der Regierungder Oberpfalz erfolgte am 14. Oktober 1888.

Ein Duell.

Der alte Bursche in dem eigenthümlichen Costüm auf unsermBilde hat jedenfalls auch schon gewußt, daß die Musik auf er-regte Gemüther mitunter besänftigend wirkt. Baby im Wickel-kissen ist ein boshafter Schlmgel, ein wahrhafter Schreihals.Auch heute spielt er wieder das unartige Kind und schreit ausvollem Halse. Da wußte nun der Alte sich nicht mehr zu helfenund griff nach dem Instrumente, um dim Kindlein Eins vor-zuspielen. Baby aber läßt sich nicht beschwichtigen und schreitfest d'rauf los. Da auch der Alte nicht auftört zu dudeln, sogibt es ein ganz hübsches Duett nur gut, daß wir es nichtanhören müssen.

Der Kaiser von Japan und seine Deralher.

Die seltenen Waffenerfolge der Japaner in Korea und vorPort Arthur sind das Resultat der langjährigen Vorbereitungen,welche Japan getroffen, um für den Kriegsfall gerüstet zu seinund seine Interessen in nachhal'.igiter Weise mit den Waffen inder Hand vertreten zu können. Der dermalige Mikado MutsoHito hat europäische Offiziere nach Japan berufen, um sich einekriegstüchtige und wohlgeschulte Armee zu schaffen. Die Japanerwaren gelehrige Schüler und haben ihre Lehrer alsvald anWissen und Können fast erreicht. Insbesondere gilt das vondem Moltke Japans, dem Generaloberst Mnragata, der denFeldzugsplan entworfen und auch in der Detailarbeit sich alsMeister gezeigt hat, indem er bei Pjöng-Jana die ganze chinesischeArmee gefangen nahm. Dem Ministerpräsidenten Grafen Jtofällt nun die Aufgabe zu, die Vortheile der Japaner auf demSchlachtsilde politisch und wnthschaftlich zu verwerthen und zusichern. Von seiner Geschicklichkert wird es abhängen, ob der An-griff auf China für die Japaner lohnend war oder nicht.

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Allerlei.

Laufende Stiegen. Bisher sind die Menschenüber die Stiegen hinausgelaufen oder gestiegen; die Ame-rikaner machen es sich aber bereits bequemer, sie könnenstehen bleiben und kommen doch auf einen höher gelegenenAbsatz, weil sich die Stiege selbst bewegt. U. a. ist dieseneue Art von Personenaufzügen, die sich hauptsächlich fürmäßige Förderhöhen und für sehr regen, unausgesetztenVerkehr eignet, bei dem Bahnhöfe Curtland Street derPennsylvania-Eisenbahn in New-Iork zur Aufstellung ge-kdmmen. Diese Stiege hat wie die gewöhnlichen beider-seits Wangen; zwischen diesen sind aber keine Stufen,sondern ist eine endlose, geneigte, biegsame Ebene ange-bracht, die durch je eine am unteren und oberen Endeder Wangen in diesen gelagerte Welle bewegt wird. DieWellen tragen je zwei oder mehr Kettenscheiben, über dieendlose Gelenkketten laufen, auf denen die geneigte Ebenebefestigt ist. Die geneigte endlose Ebene besteht ähnlichwie die bekannten hölzernen aufrollbaren Tischunterlagenfür Suppenschüsseln und so weiter im kleinen auslauter schmalen Riemen, die hier aus Eisen mit Hohl-räumen gemacht sind, in die Gummi eingelegt ist, so daßdie Personen nicht abgleiten. Die Antritte unten undoben schließen dicht an die endlose Ebene an, so daß keinZwischenraum zu übersteigen ist. Um auf eine höherePlattform gehoben zu werden, hat man nur auf diesebewegte Ebene zu treten und stehen zu bleiben, um somühelos oben anzukommen und weiter gehen zu können.Um einen ganz sicheren Stand zu haben, ist auch dasStiegengeländer eine endlose Kette mit Handleisten, diesich mit der gleichen Geschwindigkeit bewegt wie die Fuß-

ebene; an diesem Geländer kann man sich also halten.Die geeignete Geschwindigkeit dieser laufenden Stiege soll70 Fuß in der Minute sein. Angetrieben kann sie natür-lich durch eine beliebige Kraftmaschine werden.

U Woher stammt der Name Canada? DerUrsprung des Namens Canada dürfte wohl manchenunserer Leser interesstren. Die Spanier besuchten diesesLand, bevor die Franzosen dasselbe betraten, und machteneingehende Suche nach Gold und Silber. Als sie jedochnichts fanden, sagten sie oft zu einander:neu nucka."(da ist nichts"). Die Indianer, welche sie neugierig be-obachteten, lernten diesen Satz und seine Bedeutung aus-wendig. Später kamen die Franzosen in's Land, und dieIndianer, welche von ihrer Gesellschaft nichts wissen woll-ten und gleich der Meinung waren, daß auch diese gleichenZweckes wie die Spanier gekommen seien, riefen ihnendiese spanischen Worteaas, nuckn" sofort zu. Die Fran-zosen, welche ebensowenig von dem Spanisch kannten, alsdie Indianer, glaubten, daß diese sich fortwährend wieder-holenden Töne der Name des Landes seien, und so heißtdieses Land seit dieser Zeit Canada.

Eine Weltreise auf dem Zweirad. ZweiAmerikaner, Steven Lingard und W. Hanley, wollen dieReise um die Welt auf dem Zweirade machen, obwohldie Sache ziemlich gefährlich ist. Von dem RadfahrerLenz, der vor Monaten abgefahren ist, um denselbenPlan auszuführen, hat man in letzter Zeit nichts mehrgehört, und man nimmt an, daß er irgendwo verunglücktist. Lingard und Hanley haben um 10,000 Dollars ge-wettet, daß sie zur Reise um die Erde nur 40 Wochenbrauchen werden. Hier ihr Neiseplan: Nach Durchquerungder Vereinigten Staaten wollen sie mit dem Dampfschiffenach Zjokohama und von dort quer durch Japan mit ihremRade nach Nagasaki fahren; dann geht's über Shanghai nach Hongkong, von dort nach Kalkutta und Bombay.Dann wollen sie Egypten, Arabien und Griechenland durch-queren, Brindist berühren, nach der Schweiz, nach Deutsch-land und Frankreich fahren, über die Meerenge von Calais nach Liverpool reisen und sich hier nach New-Pork ein-schiffen.

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DieHauptsache. Händler (der eben in den Ladentritt, wie seine Tochter von einem Kunden geküßt wirdj:Ella, was hat der Herr gekauft?"

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ZLilder-Hläthsel.

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Auslö'ung des Delphischen Spruchs in Nr. 99: Nase,Hase, Gase, Vase, Base.