sondern auch aus der vitn ^Villisialäi nach der Lanabi-inouialis beweisen wollen, es ist ihr» dieses jedochebenfalls vollständig mißlungen. Lauschen wir,sagt er, den Worten unseres ersten Bischofs, wie sie dieNonne wiedergegeben,") zeigt aber schon in seinem erstenSatze, daß er dieselbe mißverstanden hat.ImSommer des Jahres 721, behauptet Hirschmann, habeder HI. Willibald die Heimath verlassen." Die Unrichtig-keit dieser chronologischen Angabe habe ich bereits ange-deutet, wenn ich sagte: mit Sommeranfang 720(20.23. Juni) sei die Nomreise unternommenworden.") Daß sich die Sache aber genau so ver-halten hat, ergibt sich aus der Hauptregel der Inter-pretation, welche für jeden Autor, sohin auch für dieKlosterfrau von Heidenheim , Geltung hat: aucstor oxtirnrmsui inborprös.

Die Lauotiiuoiüalis hat uns nicht bloß die Jahres-zeit, sondern irvxliaits auch das Jahr der Abreise derbeiden Brüdcr und ihres Vaters von England nach Frank-reich, Italien und Nom genau angegeben. Als derSommer schon ganz nahe war, brachen sie im Heimath-lande auf, suchten den Einschiffungsplatz Hamblehavennahe der Stadt Hambich (in der heutigen GrafschaftSouthampton) auf und bestiegen mit Sommersanfangoder bald darauf, d. h. 21. 24. Juni oder AnfangJnli (oouZruo aastatiZ tanipors) 720, das Schiff.")

Das Jahr 720 ist zwar nicht speciell angegeben,aber die Nonne sagt im Leben Wunibalds wiederholt,daß derselbe beim Verlassen der Heimath 19 Jahrealt war, und später erzählt sie,") daß er in einemAlter von 60 Jahren am 19. Dezember 761 gestorbenist; er war demgemäß im Jahre 701 geboren, denn761 60701, und die Wallfahrt nach Nom wurdenicht erst 721 angetreten, wie Holder-Egger und Hirsch-mann annehmen und andere vor ihnen angenommenhaben, sondern mit Sommersanfang des Jahres 720,denn 701 -s- 19 720.

Am 11. November (Martini) des Jahres 720 warendie Brüdcr nach Nom gekommen. Von da an bis zurandern oder übernächsten (nicht nächsten, wieBrückl übersetzte), d. h. bis zur zweiten, Osterfeier 722führten sie in klösterlicher Zucht und Znrückgezogenhcitein glückliches Leben;") hierauf aber (turn autsni), alsdie Sonneuhitze zu- und der Tag abnahm, wurdenauch sie vom Fieber ergriffen (Juli 722) und zum Sterbenkrank. Beide erholten sich aber wieder, und Willibaldunternahm seine Orientreise im darauffolgenden Früh-jahr (Ostern 28. März) 7 2 3.

Diese Daten sind als die wahren, dem Texte der8a,notirnoQia.Ii8 entsprechenden festzuhalten, weil sie dieGrundlage der Chronologie des hl. Willibald bilden.Nicht l'/r Jahre (vom 11. Nov. 721 bis 28. März 723),

-°) I. o.

") Beilage zur Augsb. Postztg. 1893 Nr. 51 S. 2.

") Brückl L., Willibalds Pilgerreise cax. VIII x. 20;Holder-Egger !1. 6. 88. XV, 91 hat mit Recht zu 721 einFragezeichen gesetzt.

'-) LI. S. 88. XV o. 1 u. 2. xa§. 107, nonäsosma-unoruiu ästals u. uonäooim annornm ästalsjain Arauäovus. Osg. 1 u, 9, xaZ. 114, 20; sexa-Aiuta,annoinm ealoulo . . keliosm vitas proveulns est sxitnm.üt 8io rsgnissesbat uns, sbäomaäa ants natale Oomiuiob tunll laid sabbadum post vssgsrs 14 Xal. äannar. Xt turnernt ills ssrag'inta snnorum ssrats st kuit abbasksrs 10 auuo8. Oax. 13, xaA, 115 u. 116.

") Brückl I. e. eag. IX, p. 22: nsgns aliam oolomni-tatis xa. soll am. Holder-Egger I. o. 92.

sondern Jahre (vom 11. Nov. 720 bis Ostern 723)war Willibald in Rom. dann unternahm er die Orient-reise, überwinterte 723/4 zu Patara in Lycien (Klein-asien ), war zu Ostern (16. April) 724 drei Wochen inPaphos und bis nach Johannis dem Täufer (24. April724) in Constantia auf der Insel Cypcrn. Hieraufwurde nach Syrien (Tharathas, Antarados) übergesetzt.

Dem Aufenthalte Willibalds in Syrien , bezw. derziemlich lange dauernden Haft desselben undseiner 7 Gefährten, welche insgesammt für griechischeSpione angesehen wurden, habe ich im Jahre 1859ein ganzes Kapitel gewidmet und näher ausgeführt- daßunser Palästinapilger unmöglich schon am 11. Nov. desJahres 724 nach Jerusalem gekommmen sein kaun, daßseine Ankunft daselbst vielmehr auf den genannten Tagdes Jahres 725 angesetzt werden muß. Man bedenkedoch, daß der 24. Juni (Johannis) 724 bereits vorüberwar,") als die Pilger Constantia auf Cypern verließen,daß die Fahrt an die Küste Syriens und der Weg vonAntarados über Arke nach Emessa (Homs) immerhineinige Tage in Anspruch nahm und der Proceß in Folgeihrer Gefangensctzung als Spione ein sehr zeitraubenderwar, da sie zuerst von einem reichen Alten (8Msx), dannvon einem Spanier, der am Hofe einen hochgestelltenBruder hatte, sehr eingehend ausgeforscht und verhörtwurden und ihre Sache zuletzt vor den Chalifen selbstgebracht worden war, der in Gegenwart des Kapitäns(ug.utori8) des Schiffes, auf welchem sie von Cyperngekommen waren, des inquirirenden Spaniers und desPräses, welcher sie einkerkern ließ, vor Allem fragte,woher die Fremdlinge wären, und als auf diese Frageder Statthalter von Emessa, der Spanier und der cypcischeSchiffsherr antworteten:Vom Westen,") wo dieSonne untergeht, sind jene Leute gekommen, wir kennenüber das ihrige hinaus kein Land, nichts als lauterWasser," ergriff der König das Wort und sprach:WaSsollen wir sie strafen? Sie haben nichts gegen uns ver-schuldet. Gib ihnen (zum Statthalter gewendet) freienPaß und laß sie abziehen."

Daß die Haft Willibalds und seiner Reisegefährteneine langa »dauernde gewesen, geht insbesondereauch aus dem Umstände deutlich hervor, daß ein Handels-mann aus Emessa sie loskaufen und aus dem Gefäng-nisse befreien wollte, was ihm jedoch nicht gelang; erdurfte aber den Gefangenen täglich Frühstück und Mit-tagsmahl schicken und sie durch seinen Sohn am Mittwochund Samstag ins Bad und wieder zurückführen lassen,ja am Sonntag konnte er selbst mit ihnen über deuBazar zur Kirche gehen und nach ihrem Wunsche Ein-käufe für dieselben machen. Wenn nun schon Holder-Egger die Gefangenschaft in Emessa bis in den Sep-tember und Oktober des Jahres 724 ausgedehnt hat, sodürfen wir, gestützt auf die bruchstückartige Erzählungder folgenden Ereignisse und die Versicherung der Nonne,daß die Orientreise sieben Jahre gedauert hat, mit Rechtdarauf schließen, daß das Jahr 724 zur Neige gegangenwar, als der Chalife Hi schein") die Weiterreise ge-stattete und die Pilger den 100 Millien weiten Weg

Brückl oax. XII in Lns 23. Holder-Egger I. 0 .

94, 95.

Hahn übersetzt die Stelle äs oeoiäentali xlaZavonder östlichen (?) Küste, wo die Sonne untergeht,kamen jene Menschen." Reise d. hl. Willibald nach Palästina.Programm, Berlin 1856, S. 19.

") Dessen Bruder Jegid II. war am 27. Januar 724 ge-storben. Holder-Egger 1. e. x. 95 A. 1.