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Lern nii» i» Gott ruhenden Bischof Pankratius von Augsburg,im Jahre 1887 folgte erst die 2. Abtheilung; des 2. Bandes1. Abtheilung wurde noch von, Verfasser selbst im Jabre 1890herausgegeben; nach seinem leider zu früh erfolgten Tode (am17. Sept. 1891) besorgte Dr. Andreas Schmid 1893 die Heraus-gabe der 2. und 3. Abtheilung, welch' letztere nur mehr daSDictat des seligen Verfassers an seine Zuhörer mit wenigenZusätzen ohne weiteren wissenschaftlichen Apparat bietet. Dersehr gelehrte und eifrige Domvicar und Docent am b. LyceumEichstätt Dr. A. Ebner, zwar kein Schüler TbalhoferS, aberdurch pietätvolles Studium seiner Werke in dessen Geist voll-kommen eingedrungen und als liturgischer Schriftsteller schondurch mehrere Arbeiten rühmlichst bekannt, hat es unternommen,die zweite Auflage des rasch vergriffenen Werkes zu besorgen.Damit hat er sich einer schönen, aber auch schwierigen Arbeitunterzogen. ES handelt sich einerseits darum, die charakterist-ischen Eigenthümlichkeiten der 1. Auflage, wenn sie auch vonder Kritik mit Erfolg angegriffen worden sind, pietätvoll zuwahren; andererseits sollen die einer 1. Auflage immer an-haftenden Mängel beseitigt, die historisch-litcrarischen Ergebnisseder allerncuestcn Forschungen verwerthet und eingefügt undeinige zu breite und wortreiche, in vielfachen Wicdcrbolungensich ergehende Partien ohne Störung des Zusammenhangesund des stilistischen Flusses entsprechend gekürzt werden; ins-besondcrö soll der 2. Abtheilung des 2. Bandes der ganzewissenschaftliche Apparat beigefügt werden. Wie aus der vor-liegen 1. Abtheilung des 1. Bandes ersichtlich ist, hat sich derHerausgeber seiner schwierigen Arbeit vollkommen gewachsengezeigt. Dieselbe weist gegen die 1. Auflage eine Vermehrungvon 31 Seiten auf; die sämmtlichen Citate sind unter denText gesetzt; die frühere Anordnung in Grog- und Kleindruckist geblieben; nur bezüglich der Kürzungen scheint ihn die Pietätvon einschneidenderen Aenderungen abgehalten zu haben. Essei aber dem verehrten Herausgeber bicmit gerne zugestanden,daß, wenn man auch bei der Lectüre das allgemeine Gefühlder Weitschweifigkeit mancher Ausfübrungen und den Wunschnach Kürzung nicht unterdrücken kann, doch die grollten Ver-legenheiten entstehen, wenn man mit dem Finger darauf hin-weisen soll, was und insbesondere wie gekürzt werden soll,und daß es deßhalb vollkommen erklärlich erscheint, wenn erGnß und Fluß des Thalhofer'schen Originals möglichst schonendbehandelt. Und so sei nun diese 2. Auflage des epochemachendenWerkes allen katholischen Priestern und Theologen auf das an-gelegentlichste empfohlen. Möge Thalhofers Geist, der als Geistpriesterlichcr Wissenschaft und Frömmigkeit im eminenten Sinnaus dem Werke spricht, noch viele Generationen von Priesternbefruchten und dem Ideal wahren Priesterthums immer näherund näher bringen! I. N. Ahle.

Schott, Meßbuch der hl. Kirche. Verlag von Herder inFreiburg .

* Dieses in gebildeten katholischen Kreisen sehr beliebteMeßbuch, welches lateinisch und deutsch das Missale Romanum mit liturgischen Erklärungen gibt, ist bekanntlich von demWenedictiner ?. Ansetzn Schott bearbeitet, einem Mitglied derBeuroner Kongregation . Für die Vortrefflickkcit dieses Gebet-buches zeugt der Umstand, daß es neuestens in 4. Auflage er-schienen ist, welche mehrere Zusätze und Veränderungen ent-hält, die den Werth deS Buches noch erhöhen. Die Ausstattungist sehr gediegen und geschmackvoll.

Dr. I. Grimm, Geschichte des Leidens Jesu. ErsterBand. 1894. Pustet, Regcnsburg. Preis 5 M.

O Das Buch von Grimm dürfte eine der besten Exegesenüber Leidensgeschichte bieten. In einem warmen, von Herzenkommenden Tone, fern von aller Trockenheit, spricht das Buchzu uns. Es bringt eher zuwenig als zuviel rein philologischeErörterungen, ist aber im übrigen so reichhaltig, daß es manch-mal an der Grenze des Breiten hinstreift. Daß Grimm dieKontroversen z. B. über den PaSchatag rc. rc. in die Anmerk-ungen verwiesen hat, ist nur zu loben. Es steht zu hoffen,daß die noch fehlenden Bände in Kürze erscheinen mögen.

AnstandSbüchlein für das Volk. Herausgegeben vonFranz Vogt , Mitglied des Pädagogiums im Cas-siancum. Tonauwörth, 1894.r Sehr oft werden Klagen darüber laut, daß vielfach imtäglichen Verkehr die einfachsten Regeln des AnstandcS und derguten Sitte verletzt werden und eben deßhalb so oft unliebsame

Erfahrungen gemacht werden müssen. Im Auer'schen Verlagnun ist ein Büchlein erschienen, für daö Volk bestimmt, das inüberaus verständlicher Sprache und, was das Beste an derganzen Sache ist, auf Grundlage der christlichen Religion, welcheallein wahre Herzensbildung vermittelt, jene Regeln des An-standcs behandelt, welche in den verschiedenen Lebens-lagen zu beachten sind. Mögen recht viele zu diesem wirklichempfeblenswerthen Büchlein greifen und die in demselben nieder-gelegten Regeln des Anstanves beachten! Durch einen Anhangder verschiedensten Titulaturen wird die Brauchbarkeit desBüchleins noch erhöht.

Das Antiquariat der Firma Georg L Comp. inBasel versendet soeben seinen 80. Lagcrkatalog, ent-haltend: Drucke, Holzschnitt- und Kupferwcrke desXVII. Jahrhunderts, sowie eine größere Reibe Elzevir-Ausgaben. Der mit großer Sorgfalt bearbeitete und mitwcrthvollen bibliographischen Notizen versehene Katalog ist nachSprachen eingetheilt und umfaßt viele Seltenheiten. Der Ka-talog wird auf Wunsch gratis versandt.

Bild der heiligen Familie von l^r. Schmalz!. Ver-lag von Pustet, Regcnsburg.

* Das Original dieses Bildes entstand unter Zugrund-legnng der von höchster kirchlicher Stelle in Rom empfohlenenDarstellnngsart auf Wunsch des bochwürdigsten Herrn Bischofesvon Regensburg aus der Künstlerhand des Ncdemptoristcn-bruders Max Schmalz!, und dürfte wohl vollständig denZweck erfüllen, dem es zu dienen bestimmt ist. Es ist eine deredelsten und würdigsten Kompositionen, die in diesem Genrevon verschiedenen Malern gefertigt worden sind, und entsprichtvollständig der Jutcmion des heiligen Vaters Leo XIII . Ab-gesehen von der feinen Farbennüance und dem reichen Falten-würfe der Gewänder, sind die einzelnen Figuren in vollendeterkünstlerischer Form zum Ausdrucke gebracht. Das göttlicheKind, auf dessen Antlitz sich Majestät, Milde und Liebe spiegelt,steht in Mitte von Maria und Joseph, die mit zärtlicher «Sorg-falt und innigem Mitleid auf ihren Sohn berabblicken; überdieser Gruppe thront die Majestät des himmlischen Vaters, dermit Wohlgefallen seinen geliebten Sohn betrachtet, und derheilige Geist in Gestalt einer Taube, umgeben von lieblichenEngeln. Wer sich eine würdige und ebenso zur Andacht stim-mende Darstellung der heiligen Familie verschaffen will, demkann obiges Bild hiemit auf das angelegentlichste empfohlenwerden. Das Bild kostet, wie cS vorliegt, 4 Mk. In reicherGoldbarockrahmc 14 Mk.

Der Heiland" von Franz Ludorff. Dreöden, Verlagder Druckerei Glöß. 1894. Preis 2 Mark.

Daß auch ernste Dichtungen heute ihren Leserkreis finden,beweist die Nothwendigkeit einer neuen Auflage von LudorffsHcilan d". Diese tiefsinnige Dichtung ist nicht nur von zahl-reichen deutschenLitcraturzeitungen, sondern auch in England auf das Höchste ausgezeichnet worden. Ludorff ist ein west-fälischer Dichter von besonderer Eigenart; die Wucht undder Ticfsinn seiner Dichtung sind wiederholt mit Dante undMilton verglichen worden; katholische und protestantischeBlätter haben dem schweren Ernst der Dichtung gleichmäßigihre Achtung bezeigt und auf die große Kraft hingewiesen, mitder in dieser Dichtung die Wahrheit des Christenthums bezeugtwird. Es ist erfreulich, daß ein ernstes Werk dieser Art seinenWeg gefunden hat, was neben seinen inneren Schönheiten wohlauch dem billigen Preis von 2 Mark zu danken ist.

-jp Auszeichnung eines baycriscbcnSchulbuchcs.Die zumeist in Bayern und sodann in Württemberg vielfacheingeführte Lateinische Schularammatik von vr. Gustav Land-graf , kgl. Gymnasialprofessor in Müncken, im Buchner'schenVerlage in Bamberg innerhalb dreier Jahre in dritter, sehrstarker Auflage erschienen und von den Fachmännern nickt nurnach der wissenschaftlichen, sondern auch nach der praktischenSeite als vorzüglich gerühmt, erfährt jetzt auch außerhalbBayern Anerkennung. Kaum, daß sie im vorigen Jahre vonPros. Fritsche in Mülheim a. d. N. für die norddeutschenGymnasien bearbeitet wurde und sich neue Kreise eroberte, soerscheint sie nun auch in einer italienischen Bearbeitungdes Professors Martina Martini in Florenz und findet damiteine Würdigung, die den wenigsten Schulbüchern wiederfährt.

- .Vcrantw. Redacteur: Phil. Frick in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .