Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
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4
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4 Zu Jeriis.ilcmS philosophische» Aussiltzc».

Zusähe des Herausgebers.

Der Stoff dieser Aufsätze ist mchrmalcn der Stoff unsrerGespräche gewesen. Wcnu ich mich itzt auf alles besinnen könnte,was darüber abgeredet worden: so köimlc ich vielleicht einigenicht unbeträchtliche Zusätze liefern. Zusätze, welche weder demeinen noch dem andern, sondern beiden gehören würden; sowie es sich von allen Resultaten frcundsckaftlichcr Unterredungenverstehet, die kein Sokratcs anspinnt und heimlich leitet. Ei-niges wird mir bcvfallen.

Der erste Aufsatz beziehet sich auf die damalige Aufgabeder Akademie zu Berlin , über den Ursprung der Sprache; undich glaube, was er erweisen soll, erweiset er bündig, DieSprache kann dem ersten Menschen durch Wunder nicht miige-thcilct seyn. Und folglich? Man traue dem Verfasser nichtzu, daß er nunmehr so fort weiter werde geschlossen haben:Folglich hat sich der Mensch die Sprache selbst erfunden. Die-ses würde allerdings ein Drittes überspringen hcisscn, welchesohne ein Wunder gar wohl möglich gewesen wäre, und obucZweifel das ist, welches diejenigen, die dem Menseben dieSelbstcrfinduug der Sprache absprechen, vornehmlich im Lmnehaben. Die Sprache kann den ersten ZNcnschcn seyn gclch-ret rvorven: er kann eben so dazu gelangt seyn, wie noch itztalle Kinder dazu gelangen müssen. Fragt man: wodurch? durchwen? Durch Umgang mit höhcrn Geschöpfen; durch Herab-lassung des Schöpfers selbst: können die Acrthcidigcr dieserMeynung antworten. Laßt es seyn, können sie sagen, das;dieser Umgang, diese Herablassung selbst ein Wunder war: das,was durch dieses Wunder bewirket wurde, war doch kein Wun-der, und es gicng alles dabey so natürlich zu, als es bey Vo-calmachuug der Kinder noch zugeht. Dieses, wenn man billigseyn will, muß man gelten lassen. Die Sache ist nur, daßsodann die ganze Aufgabe von dem Ursprünge der Sprache,keiner reinen philosophischen Auflösung mehr fähig ist; indemder mittlere Fall sich lediglich durch historische Gründe erhärtenoder verwerfen läßt. Der Philosoph kann nur höchstens einesehr geringe Wahrscheinlichkeit dazu beytragen: diese nehmlich