vi» MehrcrcS aus den Papieren des Ungenannte».
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der Welt habend Wann sie nicht ihre Absichten schützen sollen,was wird mich schützen, wenn ich das Ziel eben so weit verfehle?
4.
Das erste Fragment bcstrcitct eine Sache, die nichts weni-ger, als das Christenthum annehmlich zu machen, vermögendist. Wenn es also Theologen gegeben, die darauf gedrungen,so müssen sie wol von der Nothwendigkeit derselben sich sehrlebendig überzeugt gefühlt haben. Würden sie sonst unter dasThor, in welches sie einzugehen ermunterten, Fußangel vor al-ler Augen haben streuen wollen?
Und allerdings hat es dergleichen Theologen gegeben: alleinwo giebt es deren denn noch? Hat man den Mantel nichtlängst auf die andere Schulter genommen? Die Kanzeln, an-statt von der Gcfangcnnchinung der Vernunft unter den Gehor-sam des Glaubens zu ertönen, ertönen nun von nichts, alsvon dem innigen Bande zwischen Vernunft und Glauben.Glaube ist durch Wunder und Zeichen bekräftigte Vernunft,und Vernunft raisonnircndcr Glaube geworden. Die ganzegeoffenbarte Religion ist nichts, als eine erneuerte Sanctionder Religion der Vernunft. Gcbcimnissc giebt es entwederdarinn gar nicht; oder wenn es welche giebt, so ist es dochgleichviel, ob der Christ diesen oder jenen oder gar keinen Be-griff damit verbindet.
Wie leicht waren jene Tbcologastcr zu widerlegen, die außereinigen mißverstandenen Schriftstcllcn nichts auf ihrer Seilehatten, nnd durch Verdammung der Vernunft die beleidigteVernunft im Harnisch erhielten! Sie brachten alles gegen sichauf, was Vernunft haben wollte, und hatte.
Wie kitzlich hingegen ist es, mit diesen anzubinden, welchedie Vernunft erheben und einschläfern, indem sie die Wider-sacher der Offenbarung als Widersacher des gesunden Menschen-verstandes vcrschrcncn! Sie bestechen alles, was Vernunft ha-ben will, und nicht hat.
Gleichwol muß ohnstrcitig die Wahrheit auch hier liegen,wo sie immer liegt; zwischen beiden Extremen. Ob eine Offen-barung seyn kaun, und seyn muß, und welche von so vie-len, die darauf Anspruch machen, es wahrscheinlich sey, kann