(5iiit Parabel:c.
genauern Verbindungen gestanden, welche die Welt Freundschaftzu nennen gewohnt ist. —
Denn berechtiget wäre ich es allerdings, einen MannFreund zu nennen, der mir mit Verbindlichkeit zuvor gckonnncnist; den ich auf einer Seite habe kennen lernen, von welcherihn viele nicht kennen wollen; dem ich noch Verbindlichkeit habe,wenn es auch nur die wäre, daß seine Wächterstimme nochmeines Namens schonen wollen.
Doch, wie gesagt, ich suche, blos durch meine Freunde, ebenso wenig zu gewinnen, als ich möchte, daß sie durch mich verlie-ren sollten.
Also nur, Ehrwürdiger Mann! Ich ersuche Sie, dieGüte zu haben, nachstehende Kleinigkeit in einige Ueberlcgungzu ziehen. Besonders aber dringe ich darauf, sich über die bey-gefügte Bitte nicht blos als Polemiker, sondern als rechtschaff-ner Mann und Christ, auf das baldigste zu erklären ».
Die Parabel.
Ein weiser thätiger König eines großen großen Reiches, hattein seiner Hauptstadt einen Pallast von ganz unermeßlichemUmfange, von ganz besonderer Architektur.
Unermeßlich war der Umfang, weil er in selbem alle umsich versammelt hatte, die er als Gehülfen oder Werkzeuge sei-ner Regierung brauchte.
Sonderbar war die Architektur: denn sie stritt so ziemlichmit allen angenommenen Regeln; aber sie gefiel doch, und ent-sprach doch.
Sie gefiel: vornehmlich durch die Bewunderung, welcheEinfalt und Größe erregen, wenn sie Reichthum und Schmuckmehr zu verachten, als zu entbehren scheinen.
Sie entsprach: durch Dauer und Bequemlichkeit. Der ganzePallast stand nach vielen vielen Jahren noch in eben der Rein-lichkeit und Vollständigkeit da, mit welcher die Baumeister dieletzte Hand angelegt hatten: von aussen ein wenig unverständ-lich; von innen überall Licht und Zusammenhang.
Was Kenner von Architektur seyn wollte, ward besondersdurch die Außenseiten beleidiget, welche mit wenig hin und her
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