Eine Parabel ic.
Schönheit und Ordnung und Wohlstand auf das ganze Landverbreitet."
Sie kamen oft schlecht an, diese Wenigen! Denn wenn sielachenden Muths manchmal einen von den besondern Grund-rissen ein wenig näher beleuchteten, so wurden sie von denen,welche auf diesen Grundriß geschworen hatten, für Mordbrennerdes Pallastes selbst ausgcschrien.
Aber sie kehrten sich daran nicht, und wurden gerade da-durch am geschicktesten, denjenigen zugesellet zu werden, die in-nerhalb des Pallastes arbeiteten, und weder Zeit noch Lust hat-ten, sich in Streitigkeiten zu mengen, die für sie keine waren.
Einsmals, als der Streit über die Grundrisse nicht sowohlbeygelegt, als eingeschlummert war, — einsmals um Mitter-nacht erscholl plötzlich die Stimme der Wächter: Feuer! Feuerin dem Pallaste!
Und was geschah? Da fnhr jeder von seinem Lager auf;und jeder, als wäre das Feuer nicht in dem Pallastc, sondernin seinem eignen Hause, lief nach dem Kostbarsten, was er zuhaben glaubte, — nach seinem Grundrisse. „Laßt uns dennur retten! dachte jeder. Der Pallast kann dort nicht eigentli-cher verbrennen, als er hier stehet!"
Und so lief ein jeder mit seinem Grundrisse auf die Straße,wo, anstatt dem Pallastc zu Hülfe zu eilen, einer dem andernes vorher in seinem Grundrisse zeigen wollte, wo der Pallastvermuthlich brenne. „Sich, Nachbar! hier brennt er! Hier ist„dem Feuer am besten bcozukonnncn. — Oder hier vielmehr,„Nachbar, hier! — Wo denkt ihr beide hin? Er brennt„hier! — Was hätt es für Noth, wenn er da brennte? Aber„er brennt gewiß hier! — Lösch ihn hier, wer da will. Zeh „lösch ihn hier nicht. — Und ich hier nicht! — Und ich„hier nicht!" —
Ueber diese geschäftigen Zänker hätte er denn auck wirklichabbrennen können, der Pallast; wenn er gebrannt hätte. —Aber die erschrocknen Wächter hatten ein Nordlicht für eineFeuersbrunst gehalten.