Anomata.
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blos zu ihm: „Guter Freund, alles Quecksilber, das ich noch„über Feuer brachte, das verrauchte wirklich. Kennst du wcl-„ches, das nicht verraucht: so bring es, damit ich es auch ken-„ncn lerne; und du sollst Dank haben."
Alle die unzähligen großen und kleinen Schriften, die auchnur seit diesem Jahrhunderte für die Wahrheit der christlichenReligion geschrieben worden, auf die Eapclle zu bringen: welchein Zumuthcn! War es dem Hrn. Pastor doch Ernst damit,wollte er nicht blos mich damit verhöhnen, nicht blos sich anmeiner Verlegenheit weiden, entweder zu widerrufen, oder micheiner Arbeit ohne Ende zu unterziehen: nun gut, so beweise eres durch eine Kleinigkeit. Sie soll ihm nur ein Wort kosten,diese Kleinigkeit.
Nehmlich: er nenne mir nur diejenige Schrift, mit welcherich meinen Versuch des Verrauchcns zuerst machen soll. Ernenne mir sie nur; und ich bin bereit. Ist es eine, die ichschon kenne: so darf mir nicht bange seyn. Ist es eine, dieich nicht kenne, und mein Versuch schlägt fehl: desto besser.Ich nehme für eine große Belehrung eine kleine Beschämunggern vorlicb.
Nnr eines muß ich mir dabey ausbcdingcn. Er muß nichttbun, als ob der, welcher gewisse Beweise einer Sache bezwei-felt, die Sache selbst bezweifle. Der geringste Fingerzeig dahinausgestreckt, ist Meuchelmord. Was kann ich dafür, daß manneuerer Zeit Ncbcnbcwcisc zu einer Gewißheit und Evidenz er-heben wollen, die sie schlechterdings nicht haben können? Waskann ich dafür, daß man die ganze Sache nicht in den beschei-denen Schranken lassen wollen, inncrbalb welchen sie alle ältereTheologen gesichert genug hielten? Oder ist dem Hrn. Pastordie Geschichte der Dogmatik so wenig bekannt, daß er von die-sen Veränderungen nichts weiß? Wie kömmt er, und Er ins-besondere dazu, sich gegen einen Mann zu erklären, der nurmit diese» Veränderungen unzufrieden ist? Er ist ja sonst keinFreund von theologischen Neuerungen. Warum will er nurdiese gegen mich in Schul ; nehmen? Weil ich mich nicht überallnach der theologischen Schulsvrachc ausgedruckt habe, die ihmgeläufig ist? Zch bin Liebhaber der Theologie, und nicht Theo-