Ariomata.
der Stadt offen stunden! Hat er sie nicht sorgfältig genug ge-braucht: so brauche sie ein andrer besser; und damit gut. Viel-mehr wäre es ein ärgerlicher Mißbrauch, eine unnütze Verschleu-derung der gesetzgebenden Macht, wenn man ihr Ansehen anzwcv so verschiedene Dinge so ganz gleich hätte vertheilen wollen;an die Gesetze, und an die Geschichte der Gesetze.
V. (5)
Auch rvar die Religion, ehe eine Bibel rvar.Hierwidcr sagt der Hr. Pastor: „Aber doch nicht ehe eine„Offenbarung war." — Was er damit will, ist mir ganzunbegreiflich. Freylich kann eine geoffenbarte Religion nichteher sevn, als sie gcoffcnbaret worden. Aber sie kann doch eherfern, als sie niedergeschrieben worden. Davon ist ja nur dieRede. Ich will ja nur sagen: die Religion war, ehe das ge-ringste von ihr schriftlich verfaßt wurde. Sie war, ehe es nochcin einziges Buch von der Bibel gab, die itzt sie selbst sevnsoll. Was soll nun die windschiefe Frage, die mich in meineneignen Gedanken irre machen konntet — Mehr weiß ich hier-auf nicht zu erwiedern.
VI. (6)
Das Christenthum war, ehe Evangelisten und Apostelgeschrieben halten. Es verlief eine geraume Zeit, ehe dererste von ihnen schrieb; und eine sehr beträchtliche, ehe derganze Ranon zu Stande kam.
„Alles dieses, sagt der Hr. Pastor, kann ich dem Heraus-geber einräumen." — Rann? warum denn nur kann? —Mnst mir der Hr. Pastor einräumen.
Muß er mir das aber einräumen: so räumt er mir ja auchzugleich cin, daß das mündlich geoffenbarte Christenthum weitfrüher gewesen, als das aufgeschriebene; daß es sich erhaltenlind ausbreiten können, ohne aufgeschrieben zu seyn. Mehrwill ich ja nicht; und ich weiß wiederum gar nicht, warum ermir auch hier die Frage entgegen setzt: „War denn das Christen-thum schon, ehe Christus und die Apostel geprcdigct hatten ? "
Diese Frage soll diesen Satz zu seiner Absicht unbrauchbarmachen; welche Absicht der folgende Satz enthält. Da wollenwir sehen.