Ilnom.ita.
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VII. (7)
mag also von diesen Schriften noch so viel abhän-gen: so kann doch unmöglich die ganze Wahrheit der christliehen Religion auf ihnen beruhen.
D. i. wenn cs wahr ist, daß die Religion des A. und R.Testaments eine geraume Zeit schon gcoffcnbarct war, ehe dasgeringste von ihr schriftlich verfaßt wurde; und eine noch gerau-mere Zeit bestand, ehe alle die Bücher fertig wurden, die wiritzt zum Kanon des A. und N. Testaments rechnen: so muß sieja wohl ohne diese Bücher sich denken lassen. Ohne diese Bücher,sage ich. Ich sage nicht: ohne den Inhalt dieser Bücher. Wermich dieses, statt jenem, sagen läßt: läßt mich Unsinn sagen,um das große heilige Verdienst zu haben, Unsinn zu widerle-gen. Nochmals, und nochmals: ohne diese Bücher. Auch hat,so viel ich weiß, noch kein Orthodor behauptet, daß die Reli-gion in einem dieser Bücher zuerst, durch eines dieser Bücherursprünglich, gcoffcnbarct wordcn, und so wie die übrigen dazugekommen, allmälig mit angewachsen sey. Vielmehr gestehencs gelehrte und denkende Theologen einmüthig, daß in diesenBüchern bloß gelegentlich, bald mehr bald weniger, davonaufbehalten wordcn. — Dicscs Mehrere odcr Wcnigcrc wäreschon rvahr gewesen, ehe cs gelegentlich schriftlich anfbcbaltenwurde: und sollte itzt für uns nur rvahr seyn, weil cs schrift-lich aufbchaltcn wordcn? —
Hicr sucht sich zwar der Hr. Pastor mit einer Unterscheidungzu helfen: ein andres, will er, sey die Wahrheit der Religion;nnd ein andres, unsre Ueberzeugung von dieser Wahrheit. „Die„Wahrheit der christlichen Religion, sagt er, beruhet allerdings„auf sich selbst; sie bestehet auf ibrcr Uebereinstimmung mit den„Eigenschaften und Willcn Gottes, und auf dcr historischen„Gewißheit dcr I^etmum, auf welche ihre Lehrsätze sich zum„Theil gründen. Allein, unsere Ueberzeugung von dcr Wahr-heit dcr christlickcn Religion beruhet doch lediglich und allein„auf diesen Schriften." Aber, wcnn ich dicsc Worte recht ver-stehe: so sagt dcr Hr. Pastor cntwcdcr ctwas schr Unphilosophi-schcs, odcr er schlägt sich selbst, und ist völlig meiner Meynung.Vielleicht auch, daß er sich so uuphilosophisch ausdrücken mußte,
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