Ariomata.
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Hunderte angefangen habe, dem gemeinen Manne die Bibelaus den Händen zu spielen? Das muß er wohl; denn er fährtfort: „Der große Haufe erfuhr aus derselben nichts mehr, als„was ihm die Römische Klcriscy davon sagte, und diese sagte„ihm nichts mehr, als was er ohne Nachtheil ihres Interesse„wissen konnte. Wie war in dieser Zeit die christliche Religion,„in Absicht auf den großen Haufen, beschaffe»? War sie mehr„als ein verwandeltes Hcydenthum? — Die strenge Wahrheitist, daß die Bibel auch vor dem neunten Jahrhunderte nie inden Händen des gemeinen Mannes gewesen war. Der gemeineMann hatte nie mehr daraus erfahren, als ihm die Klcriscydaraus mitthcilcn wollen. Und so hätte sich die Religionschon weit eher verschlimmern müssen, wenn es nicht wahrwäre, daß sie sich auch ohne unmittelbaren Gebrauch der Bi-bel erhalten könnte, t'm .-llle»tiunt, möchte ich aus dem Ire-nens hinzusetzen, inultaz Zontes uarliaroium, eorum nui i»^knktum crodunt, lmv eliarta <k atriuuvnto lerintaln Iialion-tos per 8uiritum in corclibus 5uis laluwm. Endlich; wenndie christliche Religion vom neunten bis zum fünfzehnten Jahr-hunderte nur daher so verfiel, weil die Schrift beynahe ver-loren war: warum hätte sie sich denn nicht allgemeiner wie-der aufgerichtet, seitdem die Schrift durch die Druckcrcy gleich-sam wiedergefunden worden? Hat denn die Römische Kirche seitdem nur eine einzige ihrer alten Lehren fahren lassen? Giebtes nicht Middlclonc, die sie noch itzt für nichts bcsscrs, als fürein abgeändertes Heydcnthum halten? Ich bin gewiß, der Hr.Pastor ist dieser erbaulichen Meynung sogar selbst. — Aberdie Reformation doch? diese haben wir doch wohl ganz demungchindcrtcrn häufigern Gebrauch der Bibel zu danken? —Auch daS ist so ungczwcifclt nicht. Denn die Reformationkam weniger dadurch zu Stande, daß man die Bibel besser zuzu brauchen anficng; als dadurch, daß man die Tradition zubrauchen aufhörte- Auch haben wir dem ungchindcrtern häu-figern Gebrauche der Bibel, eben sowohl den Socinianismuszu danken, als die Reformation.
So wenigstens denke ich; unbekümmert, wie sehr sich derHr. Pastor darüber wundert. Ich wundre mich nicht einmal,