238 Vorrede zu den, Fragmente von dem Zwecke Jesu ic.
einzige seiner Art ist! Denn noch ist der Herr HauptpastorGoeze der einzige Theolog, der zugleich so stolz und so kleinvon der christlichen Religion denkt. Noch ist er der einzige,der cs mir verübelt, daß ich die Fluth, lieber nach und nachdurch den Damm zu leiten suche, als den Damm auf einmalwill übersteigen lassen. Noch ist er der einzige, der mich dar-um auf eine Art verlästert, die wenigstens dem Räch« gleichkömmt. Nur freylich, daß der Große Rath nicht dieses seinRacha, sondern mich auf dieses sein Racha bestrafen soll. Sehrchristlich!
Darauf wage ich es denn nun aber auch hin. Genug, daßfür mich selbst der Nutzen immer unendlich großer ausfallenmuß, als der Schade seyn kann, dem mich meine Dreistigkeitin Zuversicht auf die gerechte Sache aussetzet. Denn da, wiemir der Herr Hauptpastor bereits selbst attcstirct haben, ichschlechterdings kein Hebräisch verstehe: so kann es nicht fehlen,daß ich, auf Veranlassung dieses neuen Fragments, bey welchemcs lediglich auf eine tiefe Kenntniß der hebräischen Sprache undAlterthümer ankömmt, nicht über manche Dinge belehrt werdensollte, über die ich fremde Belehrung nothwendig brauche. DerHerr Hauptpastor selbst, nach ihrer bekannten großen Orienta-lischen Gelehrsamkeit, werden hoffentlich ein Vieles dazu beytra-gen; wofür ich ihm gern alle das Uebel vergeben will, das seinheiliger Eifer mir etwa sonst möchte zugezogen haben. Einfrommer Schüler kann über die Züchtigung seines treuen Leh-rers weinen, aber nicht zürnen. — Und hiermit küsse ich seineRuthe, oder seine Scorpionen, schon im Voraus!