Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
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zünftcs Gespräch.

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in einander gcwürkt. Wie") sich die bürgerliche Gesellschaft be-fand, befand sich aller Orten auch die Frcymaurercy, und soumgekehrt. Es war immer das sicherste Kennzeichen einer ge-sunden, nervösen Staatsvcrsassung, wenn sich die Frcymaurercy»eben ihr blicken ließ; so wie es noch jetzt das ohnfchlbareMerkmal eines schwachen, furchtsamen Staats ist, wenn er dasnicht öffentlich dulden will, was er in Geheim doch duldenmuß, er mag wollen oder nicht.

Ernst.

Zu verstehen: die Freymaurcrey!

Falk.

Sicherlich! Denn die beruht im Grunde nicht auf Üujscr-liclie Verbindungen, die so leicht in bürgerliche Anordnun-gen ausarten; sondern auf das Gefühl gemeinschaftlich sympa-thisierender Geister.

Ernst.

Und wer unterfangt sich denen zu gebiethen!

Falk.

Zndcß hat freylich die Frcymaurercy immer und aller Or-ten sich nach der bürgerlichen Gesellschaft schmiegen und biegenmüssen; denn diese war stets die stärkere. So mancherley diebürgerliche Gesellschaft gewesen, so mancherley Formen hat auchdie Frcymaurercy anzunehmen sich nicht einbrechen können;nur hatte jede neue Form, wie natürlich, ihren neuen Namen.Wie kannst du glauben, daß der Name Frcymaurercy ältcrseyn wcrdc, als dicjcnige herrschende Dcnkungsart der Staaten,nach der sie genall abgewogen worden?

Ernst.

Und welches ist diese herrschende Dcnknngsart?Falk.

Das bleibt Deiner eigenen Nachforschung überlassen Ge-nug, wcnn ich Dir sagc, daß dcr Namc Frcymanrcr, ein Gliedunserer geheimen Verbrüderung anzuzeigen, vor dem Anfangedicscs laufenden Jahrhunderts nie gehört worden. Er kömmt

°)Wcilcr qchcii mciuc Lcssingischcn Bcrichti>ziuigcii dcr Druckschlcrnicht. Ohne Zwciscl ist cr bcy dcrcn Bollmdmig gcstörct wvvdcu." Jour-nal von und für Deutschland c>. a. s.