Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
301
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Fünftes Gespräch,

301

Ernst.

Der Philosoph Sein Schreiben an den Grafen vonPcmbrock; seine Anmerkungen über ein Verhör, von Heinrichdes sechsten eigener Hand geschrieben?

Falk.

Das muß ja wohl ein ganz neuer Fund seyn; den kenneich nicht Aber wieder Heinrich der sechste? Staub!und nichts als Staub!

Ernst.

Nimmermehr!

Falk.

Weißt du einen gelinderen Namen für Wort-Verdrehungen,für untergeschobene Urkunden?

Ernst.

Und das hatten sie so lange vor den Augen der Welt un-gcrügt treiben dürfen?

Falk.

Warum nicht? der Klugen sind viel zu wenig, als daßsie allen Gcckcrcycn, gleich bey ihrem Entstehen, widersprechenkönnten. Genug, daß bey ihnen keine Verjährung Statt fin-det Freylich wäre es besser, wenn man vor dem Publicoganz und gar keine Gcckcrcucn unternähme; denn gerade dasVerächtlichste ist, daß sich niemand die Mühe nimt, sich ihnenentgegen zu stellen, wodurch sie mit dem Laufe der Zeit dasAnsehen einer sehr ernsthaften, heiligen Sache gewinnen. Daheißt cs dann über tausend Zahre:würde man denn so indie Welt haben schreiben dürfen, wenn cs nicht wahr gewesenwäre? Man hat diesen glaubwürdigen Männern damals nichtwidersprochen, und Ihr wollt Ihnen jetzt widersprechen?"

Ern st.

O Geschichte! O Geschichte! Was bist du?

Falk.

Andersons kahle Rhapsodie, in welcher die Historie der Bau-kunst für die Historie des Ordens untergeschoben wird, möchtenoch hingehen! Für einmal und für damals mogte das gutseyn dazu war die Gauckclcy so handgreiflich. Aber daßman noch jetzt auf diesem morastigen Grunde fortbanct, daß