Die Erziehung des Menschengeschlechts.
H. It.
Diesem rohen Volke also ließ sich Gott anfangs blos alsden Gott seiner Nätcr ankündigen, rim es mir erst mit der Zdcceines auch ihm zustehenden Gottes bekannt und vertraut zu machen.
5- 12.
Durch die Wunder, mit welchen er es aus Acgvpten führte,und in Kanaan einsetzte, bezeugte er sich ibm gleich darauf alseinen Gott, der mächtiger sey, als irgend ein andrer Gott.
§. 13.
Und indem er fortfuhr, sich ihm als den Mächtigsten vonallen zu bezeugen — welches doch nur einer seyn kann, — ge-wohnte er es allmälig zu dem Begriffe des LLinigen.
H. 14.
Aber wie weit war dieser Begriff dcS Einigen, noch unterdem wahren transcendentalen Begriffe des Einigen, welchen dieVernunft so spät erst aus dem Begriffe des Unendlichen mitSicherheit schließen lernen!
§. 15.
Zu dem wahren Begriffe des Einigen — wenn sich ihmanch schon die Besserem des Volks mehr oder weniger näherten— konnte sich doch das Volk lange nicht erheben: und dieseswar die einzige wahre Ursache, warum es so oft seinen EinigenGott verließ, und den Einigen, d. i. Mächtigsten, in irgendeinem andern Gotte eines andern Volks zu finden glaubte.
H. 10.
Ein Volk aber, das so roh, so ungeschickt zu abgezognenGedanken war, noch so völlig in seiner Kindheit war, waswar es für einer moralischen Erziehung fähig? Keiner andern,als die dem Alter der Kindheit entspricht. Der Erziehung durchuinniltclbarc sinnliche Strafen und Belohnungen.
H. 17.
Auch hier also treffen Erziehung und Offenbarung zusam-men. Noch konnte Gott seinem Volke keine andere Religion,kein anders Gesetz geben, als eines, durch dessen Beobachtungoder Nichtbeachtung es hier auf Erden glücklich oder unglück-lich zu werden hoffte oder fürchtete. Denn weiter als auf die-ses Leben gingen noch seine Blicke nicht. Es wußte von kei-