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10 (1839)
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Die erjichung des Menschengeschlechts.

Erfahrung hatte, auf immer um die Erkennung und Aufnahmeder ihm noch ungcläufigen Wahrheit geschehen. Denn wennder Fromme schlechterdings glücklich war, und es zu seinemGlücke doch wohl auch mit gehörte, daß seine Zufriedenheit keineschrecklichen Gedanken des Todes unterbrachen, daß er alt undlebenssatt starb: wie konnte er sich nach einem andern Lebensehnen? wie konnte er über etwas nachdenken, wornach er sichnicht sehnte? Wenn aber der Fromme darüber nicht nachdachte:wer sollte es denn? Der Böscwicht? der die Strafe seinerMissethat fühlte, und wenn er dieses Leben verwünschte, sogern auf jedes andere Leben Verzicht that?

H. 31.

Weit weniger verschlug es, daß der und jener Zsraclite dieUnsterblichkeit der Seele und künftige Vergeltung, weil sich daSGesetz nicht darauf bezog, gerade zu und ausdrücklich leugnete.Das Leugnen eines Einzeln wäre es auch ein Salomo ge-wesen, hielt den Fortgang des gemeinen Verstandes nicht auf,und war an und für sich selbst schon ein Beweis, daß dasVolk nun einen großen Schritt der Wahrheit näher gekommenwar. Denn Einzelne leugnen nur, was Mehrere in Ucbcrlegungziehen; lind in Ucbcrlegung ziehen, warum man sich vorherganz und gar nicht bekümmerte, ist der halbe Weg zur Erkenntniß.

H. 32.

Laßt uns auch bekennen, daß es ein heroischer Gehorsamist, die Gesetze Gottes beobachten, blos weil es Gottes Gesetzesind, und nicht, weil er die Beobachter derselben hier und dortzu belohnen vcrhcisscn hat; sie beobachten, ob man schon ander künftigen Belohnung ganz verzweifelt, und der zeitlichenauch nicht so ganz gewiß ist.

§. 33.

Ein Volk, in diesem heroischen Gehorsame gegen Gott er-zogen, sollte es nicht bestimmt, sollte es nicht vor allen andernfähig seyn, ganz besondere göttliche Absichten auszuführen?Laßt den Soldaten, der seinem Führer blinden Gehorsam leistet,nun auch von der Klugheit seines Führers überzeugt werden,und sagt, was dieser Führer mit ihm auszuführen sich nichtunterstehen darf?