Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
Seite
317
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Die Erziehung des Menschengeschlechts.

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H. 34.

Noch hatte das Jüdische Volk in seinem Zchova mehr denMächtigsten, als den Weisesten aller Götter verehrt; noch hatters ihn als einen eifrigen Gott mehr gefürchtet, als geliebt: anchdieses zum Beweise, daß die Begriffe, die es von seinem höch-sten einigen Gott hatte, nicht eben die rechten Begriffe waren,die wir von Gott haben müssen. Doch nun war die Zeit da,daß diese seine Begriffe erweitert, veredelt, berichtiget werdensollten, wozu sich Gott eines ganz natürlichen Mittels bediente;eines bessern richtigern Maaßstabcs, nach welchem es ihn zuschätzen Gelegenheit bekam.

H. 35.

Anstatt daß es ihn bisher nur gegen die armseligen Götzender kleinen benachbarten rohen Völkerschaften geschätzt hatte, mitwelchen es in beständiger Eifersucht lebte: fing es in der Ge-fangenschaft unter dem weisen Perser an, ihn gegen das Wesenaller Wesen zu messen, wie das eine geübtere Vernunft erkannteund verehrte.

§. 36.

Die Offenbarung hatte seine Vernunft geleitet, und nun er-hellte die Vernunft auf einmal seine Offenbarung.

H- 37.

Das war der erste wechselseitige Dienst, den beyde einanderleisteten; und dem Urheber beyder ist ein solcher gegenseitigerEinfluß so wenig unanständig, daß ohne ihm eines von beydenüberflüssig seyn würde.

H. 38.

Das in die Fremde geschickte Kind sahe andere Kinder, diemehr wußten, die anständiger lebten, und fragte sich beschämt:warum weiß ich das nicht auch? warum lebe ich nicht auch so?Hätte in meines Vaters Hause man mir das nicht auch bey-bringen; dazu mich nicht auch anhalten sollen? Da sucht esseine Elcmentarbüchcr wieder vor, die ihm längst zum Ekel ge-worden, um die Schuld auf die Elcmentarbüchcr zu schieben.Aber siehe! es erkennet, daß die Schuld nicht an den Büchernliege, daß die Schuld lcdig sein eigen sey, warum es nichtlängst cbcn das wisse, eben so lebe.