Druckschrift 
10 (1839)
Entstehung
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319
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?ie erjiehmig des Menschengeschlechts^

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§. 42.

Ohne Zweifel waren die Zndcn unter den Chaldäcrn undPersern auch mit der Lehre von der Unsterblichkeit der Seelebekannter geworden. Vertrauter mit ihr wurden sie in denSchulen der Griechischen Philosophen in Aegypten .

H. 43.

Doch da cs mit dieser Lehre, in Ansehung ihrer heiligenSchriften, die Vewandniß nicht hatte, die es mit der Lehrevon der Einheit und den Eigenschaften Gottes gehabt hatte;da jene von dem sinnlichen Volke darinn war gröblich überse-hen worden, diese aber gesucht seyn wollte; da auf diese nochVorübungen nöthig gewesen waren, und also nur Anspielun-gen und Fingerzeige Statt gehabt hatten: so konnte der Glaubean die Unsterblichkeit der Seele natürlicher Weise nie der Glaubedes gcsammten Volks werden. Er war und blieb nur derGlaube einer gewissen Sekte desselben.

H. 44.

Eine Vorübung auf die Lehre von der Unsterblichkeit derSeele, nenne ich z. E. die göttliche Androhung, die Missethatdes Vaters an seinen Kindern bis ins dritte und vierte Gliedzu strafen. Dieß gewöhnte die Väter in Gedanken mit ihrenspätesten Nachkommen zu leben, und das Unglück, welches sieüber diese Unschuldige gebracht hatten, voraus zu fühlen.

§. 45.

Eine Anspielung nenne ich, was blos die Ncugicrdc reizenund eine Frage veranlassen sollte. Als die oft vorkommendeRedensart, ;n seinen Vätern versammlet rverven, für sterben.

H. 4ti.

Einen Fingerzeig nenne ich, was schon irgend einen Keimenthält, aus welchem sich die noch zurückgehaltn- Wahrheit ent-wickeln läßt. Dergleichen war Christi Schluß aus der Benen-nung Gott Abrahams , Iiaacs unv Jacobs. Dieser Finger-zeig scheint mir allerdings in einen strenget, Beweis ausgebildetwerden zu können.

H. 47.

Zn solchen Vorübungen, Anspielungen, Fingerzeigen bestehtdie positive Vollkommenheit eines Elcmcntarbuchs; so wie die