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10 (1839)
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320
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Die Erziehung des Menschengeschlechts.

oben erwähnte Eigenschaft, daß es den Weg zu den noch zu-rückgehaltenen Wahrheiten nicht erschwere, oder versperre, dienegative Vollkommenheit desselben war.

§- 48.

Setzt hierzu noch die Einkleidung und den Stil 1) dieEinkleidung der nicht wohl zu übergehenden abstrakten Wahr-heiten in Allcgoriecn und lehrreiche einzelne Falle, die als wirk-lich geschehen erzählet werden. Dergleichen sind die Schöpfung,unter dem Bilde des werdenden Tages; die Quelle des mora-lischen Bösen, in der Erzählung vom vcrbotncn Baume; derUrsprung der mancherley Sprachen, in der Geschichte vomThurmbaue zu Babel, u. s. w.

§. 4l>.

2) den Stil bald plan und einfältig, bald poetisch,durchaus voll Tavtologiecn, aber solchen, die den Scharfsinnüben, indem sie bald etwas anders zu sagen scheinen, und dochdas nehmliche sagen, bald das nehmliche zu sagen scheinen, undim Grunde etwas anders bedeuten oder bedeuten können:

§. 5«.

Und ihr habt alle gute Eigenschaften eines Elementarbuchösowol für Kinder, als für ein kindisches Volk.

H. 6t.

Aber jedes Elementarbuch ist nur für ein gewisses Alter.Das ihm entwachsene Kind länger, als die Meinung gewesen,dabey zu verweilen, ist schädlich. Denn um dieses auf einenur cinigermaassen nützliche Art thun zu können, muß manmehr hineinlegen, als darinn liegt; mehr hineintragen, als esfassen kann. Man muß der Anspielungen und Fingerzeige zuviel suchen und machen, die Allcgoriecn zu genau ausschütteln,die Beyspiele zu umständlich deuten, die Worte zu stark pressen.Das giebt dem Kinde einen kleinlichen, schiefen, spitzfindigenVerstand; das macht es gchcimnißrcich, abergläubisch, voll Ver-achtung gegen alles Faßliche und Leichte.

H. 52.

Die nehmliche Weise, wie die Rabbine» ihre heiligen Bü-cher behandelten! Der nehmliche Charakter, den sie dem Geisteihres Volks dadurch ertheilten!