J28 Die Erziehung des Menschengeschlechts.
lchrtm, daß der Neue Blind eben so wohl antlqniret werdenmüsse, als es der Alte geworden. Es blieb auch bey ihnen im-mer die nehmliche Ockonomie des nehmlichen Gottes. Znnncr —sie meine Sprache sprechen zn lassen — der nehmliche Plan derallgemeinen Erziehung des Menschengeschlechts.
H. 89.
Nur daß sie ihn übereilten; nur daß sie ihre Zeitgenossen,die noch kaum der Kindheit entwachsen waren, ohne Aufklärung,ohne Vorbereitung, mit Eins zu Männern machen zu könnenglaubten, die ihres dritten Feitalters würdig wären.
H. 90.
Und eben das machte sie zu Schwärmern. Der Schwärmerthut oft sehr richtige Blicke in die Zukunft: aber er kann dieseZukunft nur nicht erwarten. Er wünscht diese Zukunft beschleu-niget; und wünscht, daß sie durch ihn beschleuniget werde.Wozu sich die Natur Jahrtausende Zeit nimmt, soll in demAugenblicke seines Daseyns reifen. Denn was hat er davon,wenn das, was er für das Bessere erkennt, nicht noch bey sei-nen Lebzeiten das Bessere wird? Kömmt er wieder? Glaubter wieder zu kommen? — Sonderbar, daß diese Schwärmerei)allein unter den Schwärmern nicht mehr Mode werden will!
§. 9t.
Geh deinen unmcrklichcn Schritt, ewige Vorsehung! Nurlaß mich dieser Unmcrklichkcit wegen an dir nicht verzweifeln. —Laß mich an dir nicht verzweifeln, wenn selbst deine Schrittemir scheinen sollten, zurück zu gehen! — Es ist nicht wahr,daß die kürzeste Linie immer die gerade ist.
§- 92.
Du hast auf deinem ewigen Wege so viel mitzunehmen!so viel Seitenschritte zu thun! — Und wie? wenn es nun garso gut als ausgemacht wäre, daß das große langsame Rad,welches das Geschlecht seiner Vollkommenheit näher bringt, nurdurch kleinere schnellere Räder in Bewegung gesetzt würde, de-ren jedes sein Einzelnes eben dahin liefert?
H. 93.
Nicht anders! Eben die Bahn, auf welcher das Geschlechtzu seiner Vollkommenheit gelangt, muß jeder einzelne Mensch