lieber die Fabeln aus d. Zeiten d. Minncs. 2te Entdeckung. 349
übrigen ohngefehr in der nehmlichen Ordnung. Sie ist, eben-falls nur auf Papier, um 1458 geschrieben, wie zu Ende der72 sie» Fabel zu sehen. Gemählde hat sie bey jeder Fabel auch;sonst aber weder Aufschriften noch Titel. Von den andern al-ten Gedichten übrigens, die sie glcichcrmaassen wie jene, ausserden Fabeln enthält, will ich hier um so weniger reden, da siezum Theil die nehmlichen sind, die in der zweyten Handschriftzu finden, welche mich viel zu sehr vergnügt haben, als daß iches vergessen sollte, dieses Vergnügen mit meinen Lesern je eherje lieber zu theilen.
Mit der vierten Handschrift endlich kann ich noch geschwin-der fertig werden. Denn diese ist offenbar die allerneueste, undeigentlich nur der Anfang einer Handschrist, indem sie blos dieersten 4t> Fabeln uud iu der nehmlichen Ordnung enthält, wiesie in der Schweißer Ausgabe vorkommen. Zu Gemälden istPlatz gelassen, und daß sie auch nur auf Papier ist, verstehtsich. Zum Vergleichen ist sie indeß noch immer gut; und ichkönnte aus ihr, so wie aus der dritten, mehr als eine guteLesart anführen, wenn ich mich länger hicrbcy verweilen wollte.
Dafür will ich lieber noch alles zusammenraffen, was ichüber die Quellen und das Zeitalter des Dichters zu sagen habe.
Aus dem Epilogus haben wir gesehen, daß der Dichter selbstbekennet, seine Fabeln nicht erfunden, sondern blos aus demLatein übersetzt zu haben. Und was hätte ihn bewegen können,dieses Bekenntniß zu thun, wenn es nicht der strengsten Wahr-heit gemäß gewesen wäre? Er war ja kein satyrischcr Dichter,der die Rachsucht irgend eines beleidigten Thoren zu fürchtenhatte. Fabeln sind ja auch keine Erzählungen, denen er durchein solches Vorgeben historische Glaubwürdigkeit etwa hätte ver-schaffen wollen. Die eigne Erfindung, wenn sie der Reimerauch nicht für das Hauptvcrdicnst halten will, ist doch wohlwenigstens ein Nebenverdienst, dessen er sich nicht zu schämengehabt hätte; oder, nächst der Gabe zu erzählen, ein Verdienstmehr. Also, noch einmal, was hätte ihn bewegen können, sichnur überhaupt für den Uebersctzcr auszugeben, wenn er sichnoch eines andern Titels dabey bewußt gewesen wäre? Gleich-wohl gab sich Gottsched das patriotische Ansehen, an der