llcbcr die Fabeln aus Zeilen Minncs. 2te vnwcckuiig. 357
dcr Platz gcwcscn wären, seiner zu gedenken; an Stellen, anwelchen er so vieler andern deutschen Dichter des 13tc,i Jahr-hunderts gedenkt, die zu Ansauge des 14>cn noch gelesen wur-den; au Stellen, wo cr die ganze deutsche Lectürc seiner Zeitnahmhaft macht, zu dcr unser Fabeldichter wohl unstreitig ge-höret hätte, wenn cr schon vorhanden gcwcscn wäre. DieseStellen finden sich auf dem 9tcn und 82stc» Blatte dcr einzigengedruckten Ausgabe des Renners, und sind von solcher Wich-tigkeit für den deutschen Littcrator, daß ich nichts überflüßigcszu thu» glaubc, wcnn ich sie ein andermal mit den nöthigenErläutcruugcu und Verbesserungen aus den vortrefflichen Hand-schriften ganz mittheile, die unsere Bibliothek von diesem merk-würdigen Gedichte besitzt. Ztzt will ich blos diesen halben Be-weis, dcr aus cincm nicht zu vcrzcihcudcn Stillschweigen herge-nommen wäre, durch einen Zusatz verstärken, wodurch er zucincm ziemlich vollständigen Beweise erwächst.
Nehmlich: nicht genug, daß Trimberg von unserm Donernichts wciß; in bcydcn finden sich Stellen, die sich wie Origi-nal zur Kopie verhalten, und die man nur ein wenig genaueransehen darf, um sich zu überzeugen, daß die Originalität völ-lig auf TrimbcrgS Seite ist, und folglich Trimbcrg auch frühergcschricbcu haben muß. Bon diesen Stellen will ich nur diehauptsächlichste wählen, welches die Erzählung von dem Präla-ten mit Ocn Dirnen ist, die ich bereits unter so mancherleyGestalt als eine Boncrsche Erzählung dem Leser vorgelegt habe.Diese nun hat auch Trimberg; und hat sie so, daß sie sichunmöglich in cincm so allgemein bekannten Werke, als BoncrSFabcln seit ihrcm Daseyn gewesen zu seyn scheinen, bereitskann befunden haben. Denn cr führet sie ausdrücklich mit denWorten cin:
Ein war nicrc ich vcrnninnicn han,?c§ ich nicht wol vergessen kau,
Das wil ich schreiben, das andre LcittDabcy sich wollen bessern heut.Er hat sie vernommen, d. cr hat sie nicht auS Büchcrn,sondern aus mündlichem Berichte; sie schwebt ihm noch in fri-schem Andenken; cr hält sie für werth, zur Belehrung anderer